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Liebe Leserinnen, liebe Leser,  

oft werde ich gefragt, wie man lernt, geführte Meditationen zu schreiben oder zu sprechen, auf was man achten sollte, wenn man Gruppen anleitet und woher diese inneren Bilder kommen – vor allem aber, wie man damit umgeht, wenn eben nun mal keine inneren Bilder kommen und die Gruppe dich dennoch zumindest geistig erwartungsvoll anschaut.  

So habe ich entschieden, dieses kleine Büchlein zu schreiben. Ich will euch zeigen, was ich über Meditationen weiß und was sie bewirken. Ich möchte euch das Handwerkszeug anbieten, das ich selbst nutze, um freie, intuitive Meditationsgruppen zu geben oder um Meditationstexte zu schreiben. Teilweise habe ich es mir selbst erarbeitet, teilweise habe ich es mir von anderen zusammen gesucht, zum großen Teil lehnt es sich an anerkannte und bekannte Lehren an. Es gibt ganz sicher sehr viele andere Bücher über Meditationen und vielleicht gibt es sogar einige, die ganz andere Informationen vermitteln, so nutze wie immer bitte das, was dir stimmig und hilfreich erscheint und sieh mir den Rest nach.  

Ich möchte dir zeigen, wie man eine Gruppe aufbaut, den Raum und sich selbst vorbereitet, was wesentlich ist und was weniger wichtig, aber vor allem, wie du eigene Meditationen schreiben und sprechen kannst. Damit bekommst du eine Möglichkeit, deine eigene Energie in Form von Meditationen zu teilen, den Zugang, den du dir selbst erschaffen hast, auch anderen anzubieten. Wenn du in der Lage bist, Meditationen zu führen und Energie zu halten, dann leistest du anderen einen großen Dienst, denn du verschaffst ihnen Zutritt in Räume, die sie sonst vielleicht nicht betreten könnten.

Du öffnest die Pforten in spirituelle Bereiche, in denn sie wachsen können, bis sie selbst in der Lage sind, Energie zu halten und weiterzureichen. Du zündest ein Licht an, hältst die Fackel, gehst voran und bietest den anderen an, dir zu folgen. Du verstehst schon, dass du dazu ein bisschen Mut und die Bereitschaft, Verantwortung zu tragen, brauchst. Aber das lernst du, je öfter du Meditationen führst.

So trau dich, mach dich auf, zünde deine ganz persönliche Fackel an und weise anderen den Weg ins Licht, all jenen, denen deine Art, den Weg zu gehen, dient – so lange, bis sie ihren eigenen Weg spüren und gehen können.



NEU: MEDITATIONEN FÜR JUGENDLICHE

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Was brauchen Jugendliche? Diese Frage scheint so schwierig zu beantworten zu sein, dass es nur wenige Meditationstexte für Jugendliche gibt. Sie verwirren uns durch ihr scheinbar völlig widersprüchliches Verhalten, wollen Unabhängigkeit, Freiheit und schließen sich am liebsten bei lauter Musik in ihr Zimmer ein, rühren uns dann aber fast zu Tränen, wenn sie Hilfe suchend wie ein kleines Kind vor uns stehen. Was wollen und brauchen Jugendliche? In erster Linie klare, schnörkellose innere Bilder, einen deutlich vorgegebenen geistigen Raum, also viel Führung – aber in aller Freiheit, ohne erhobenen Zeigefinger und ohne Einengung.  

Lassen wir uns nicht durch ihr scheinbar abweisendes Gehabe beeindrucken. Wir wissen spätestens seit einer Geo-Studie, dass wir alle in dieser Zeit eine riesige Veränderung durchleben müssen, unser Gehirn reift, und zwar ungleichmässig. Die verschiedenen Gehirnteile werden miteinander verschaltet, andere Verbindungen werden gelöst, einige Anteile reifen sehr rasch, andere retardieren geradezu.

In jener Geo-Studie steht folgender Satz: „Neurobiologisch gesehen, ähneln Heranwachsende einem vollbesetzten Düsenjet, der mit vibrierenden Triebwerken über die Startbahn jagt, während oben im Cockpit noch hektisch an Kontrollinstrumenten und Navigationssystem geschraubt wird.“ Und genauso erleben sie sich auch selbst. (GEO Wissen Pubertät, Ausgabe 41, 2008)

Wir verstehen unsere Kinder deshalb nicht, weil sie sich meistens selbst nicht verstehen, sie durchleben ein Feuerwerk an inneren Impulsen, die sich oft im Wege stehen, sich gegenseitig blockieren oder auf halsbrecherische Weise verstärken. Sie brauchen Halt, eine klare, gesunde Richtlinie und gleichzeitig sehr viel Verständnis und Freiraum – also genau das, was wir alle brauchen: Liebe, Respekt, Geborgenheit, Freiraum für ihre Entwicklung und Achtung vor dem, was sie entscheiden und erleben.

Es ist eine immense Herausforderung für Eltern, Lehrer und alle, die mit Jugendlichen arbeiten und zu tun haben, denn wir müssen, um unseren Kindern das zu geben, was sie brauchen, selbst sehr erwachsen sein. Erwachsen sein heißt, selbstverantwortlich und in sich ruhend leben, voller Vertrauen in die Strömungen des Lebens sein, für uns selbst und für andere. Es bedeutet, zu spüren und zu wissen, wo Handlungsbedarf und eine eingreifende, führende Hand nötig sind und wo wir in Gelassenheit abwarten dürfen, bis der Fluss des Lebens selbst für Lösungen sorgt.

Wenn wir uns wirklich als hilfreich erweisen wollen, dann müssen wir unseren eigenen inneren Jugendlichen und Rebell beherrschen lernen, wir müssen, ob es uns gefällt oder nicht, Verantwortung übernehmen und vertrauenswürdig werden. Aber es wird sowieso langsam Zeit, oder?    Um mit Jugendlichen arbeiten zu können, brauchen wir eine stabile innere Mutter, einen stabilen inneren Vater, die gelernt haben, zu sorgen und zu schützen. Unser eigener innerer Jugendlicher, der Teil, der nicht erwachsen werden will und noch immer glaubt, er müsse dem neuesten Trend hinterherlaufen oder scheinbar „frei sein“, also keine Verantwortung übernehmen, hilft hier nicht.* 

Auch der Anteil, der es noch immer anderen recht machen will und glaubt, im Sinne anderer funktionieren zu müssen, ist hier wenig hilfreich. Im Gegenteil, Jugendliche fordern unbestechliche Klarheit und Aufrichtigkeit, eindeutige Grenzen und Integrität. Sie bringen uns an den Rand des Wahnsinns, aber sie bringen uns auch an genau die Punkte, die in uns selbst erlöst werden dürfen und sollten.  

Echte Freiheit liegt darin begründet, dass wir die Kraft und den Mut haben, Verantwortung für uns selbst und unser Leben zu übernehmen und klar ja und nein sagen können, uns nicht immer wieder entziehen und damit letztlich weniger frei als vielmehr haltlos und oberflächlich werden.  

Erwachsen werdende Kinder brauchen uns in erster Linie nicht als Freund oder Freundin, sondern sie brauchen Eltern und erwachsene Ansprechpartner, zumindest meistens. Freunde haben sie unter ihresgleichen. So verführerisch es manchmal sein mag, sich selbst auf die gleiche Stufe zu stellen, so wenig hilfreich ist es oft. Es ist schön, wenn wir auch als Freunde für unsere Kinder dasein können und natürlich müssen wir, um mit Jugendlichen zu arbeiten, nachvollziehen können, wie sie sich fühlen – nun, wir waren selbst dort, wir wissen es.

Aber wir dürfen keine Angst davor haben, kleinkariert zu wirken, wenn wir Verantwortung übernehmen, Vernunft fordern, Nein sagen und klare Linien aufzeigen. Linien, die sinnvoll sind und dem Leben dienen, nicht der Angst, nicht der angepassten Bequemlichkeit, sondern der schöpferischen Lebendigkeit und der echten Selbstbestimmung. Sie brauchen uns als Vorbilder, als Richtlinien dafür, wie man sein Leben selbstverantwortlich, in Freiheit und Klarheit leben kann, wenn man sich auf das Wesentliche besinnt – und das ist die innere Stimme, das eigene Gewissen. Wir sind nur uns selbst verpflichtet – aber diese Verpflichtung bildet keine Verhandlungsbasis, sondern ist ein inneres und zugleich geistiges Gesetz.

Wir spüren ganz klar und genau, was für uns selbst richtig ist und was nicht. Den größten Dienst, den wir unseren Kindern erweisen können, ist, ihnen diese innere Klarheit zu vermitteln und zu erlauben. Dann werden sie innerlich aufrechte und selbstverantwortliche Mitglieder dieser Gesellschaft, und das ist es, was wir brauchen.

Das Buch möchte dabei helfen, unsere Kinder zu führen, ich habe es für Eltern, Jugendliche und alle, die mit Jugendlichen arbeiten, geschrieben.