Susanne Hühn

Körper und Seele in Harmonie vereinen

So sehe ich das…

calmera und ichWer erschafft tatsächlich deine Wirklichkeit?

Erlaube mir bitte, dir eine Sicht der Dinge zu zeigen, die dir vielleicht bekannt ist, vielleicht sehr merkwürdig oder behandlungsbedürftig erscheint, die für mich aber durch viel Erfahrung wirklich einen Sinn ergibt.

Es gibt eine Seelenebene, eine nichtstoffliche Bewusstseinsebene, die sich vollkommen anders anfühlt als das menschliche Bewusstsein.
Stell dir bitte vor, du erschaffst auf höchster Ebene eine Erfahrung, in der klaren Absicht, die Wirkungen von Energien anzuschauen. Du schickst einen Teil von dir mitten ins Geschehen, also ins Menschsein, auf die Erde. Und dann geschieht das, was du kennst oder zumindest in dir erahnen kannst: Die irdische Ebene, die Erfahrung, die du als Mensch machst, ist zum Teil sehr schmerzhaft, vollkommen anders als alles, was die Seele kennt. Denn auf der Erde, und das weißt die Seele nicht, weil sie es nicht kennt (und genau deshalb erfahren will), auf der Erde gibt es Gefühle, Schmerzen und es gibt den Tod. Das, was auf seelischer Ebene einfach nur eine Erfahrung ist, ein Spiel mit Energien, bedeutet für das Menschsein pures, reines Überleben. Du führst einen echten Lebenskampf und davon weiß deine Seele nur sehr wenig – denn auf seelischer Ebene gibt es weder Angst noch Schmerz. So weiß die Seele nichts von Schmerzvermeidung, nichts von Mut, nichts von Angst und die Seele weiß nichts über das Scheitern. Dazu kommt: Wenn die schmerzlichen Erfahrungen zu intensiv werden, dann spalten sich Seelenanteile sogar ab, damit du überlebst – das Seelenbewusstsein entfernt sich also noch weiter vom Geschehen.
Wozu will die Seele all diese Erfahrungen machen, wie du sicher schon sehr oft gehört hast? Sie will sich weiterentwickeln, auch das wissen wir. Aber wohin?

Die Antwort ist: zu mehr Bewusstheit über ihr eigenes Schöpfersein.
In dem Moment, in dem die Seele sich selbst als Schöpfer all dieser Erfahrungen auch und besonders der sehr schmerzlichen, anerkennt, die du als Mensch durchleben musst, in dem Moment verändert sie sich.
Sie erfährt, dass das, was sie entscheidet, auf menschlicher Ebene Schmerzen bereitet und dadurch wird die auch unpersönliche, geistige Liebe der Seele mitfühlend, tiefer, reifer. Bewusster, ja, menschlicher.
Wenn die Seele voller Mitgefühl anerkennt, dass sie selbst all diese Widrigkeiten erschafft, dann kann sie damit aufhören.
Ich erlebe immer wieder, dass es bei all dem Scheitern, wieder Aufstehen, neuen Sichtweisen entwickeln, bei all der Bewusstseinforschung, die wir betreiben (und die Beschäftigung mit der Kraft der Gedanken ist nichts als Bewusstseinsforschung) letztlich nur um eines geht: um die Bewusstseinsentwicklung der Seele.
Wenn ich diese Ebenen anschaue, dann fühlt sich die noch nicht bewusste Seelenebene so an:
Sie ruht in sich, choreographiert die Erfahrungen, die du als Mensch machst, ist aber nicht in direktem Kontakt mit dem, was du fühlst. Sie ist Beobachter, eins mit sich und der Seelenebene, aber nicht eins mit dir als Mensch, schon gar nicht bewusst. Stelle ich das auf, dann habe ich die Augen geschlossen. Sie ist unbewusst, diese Seelenebene, auch wenn das merkwürdig klingt. Sie ist sich ihres Daseins als Mensch nicht voll bewusst. Und weil das so ist, weiß sie sich mit dem, was sie erschafft, nur wenig verbunden. Sie wirkt als Schöpferin deshalb weder mitfühlend noch achtsam dem Menschen gegenüber, der sie ja auch ist. Sie schickt sich quasi selbst als weiße Maus ins Forschungslabor. Jetzt wird es Zeit, zu erkennen, dass auch die weiße Maus ein erfülltes und glückliches Leben führen will und ihr das zu erschaffen. Das klingt eventuell fremd für dich. Aber ich erlebe es in zahllosen Seminaren und Sitzungen immer wieder so, deshalb ergibt diese Sichtweise für mich Sinn.
Du hast dich sicher auch schon ab und zu gefragt, welche Drogen du genommen hast, als du dir all diese schwierigen Erfahrungen auf der Erde beschert hast. Nun, die Antwort ist: keine Drogen. Einfach nur allumfassendes Nichtwissen dessen, was das, was du als Seele erschaffst, für den Menschen, der du sein wirst, bedeutet.

Das Seelenströmen

Erlaube dir, dich zu entspannen, so gut dir das im Moment gelingt. Es gibt nichts mehr zu tun, du darfst dich ganz und gar auf dich selbst konzentrieren. Stell dir bitte vor, du stehst in einer Lichtsäule, einem strahlenden Licht, das dir Sicherheit und Halt gibt. Das Licht durchströmt dich, Ruhe und Frieden fließen in dich ein.
Denk nun bitte an eine Situation, in der es dir nicht gut geht, eine der Situationen, an denen du immer wieder scheiterst, bei der du dich fragst, was sich deine Seele wohl dabei gedacht hat, als sie diese Situation erschuf. Das fühlt sich nicht gut an, das braucht es auch nicht. Denke also an die Situation und nun erlaube dir, die Gefühle ganz deutlich zu fühlen, so deutlich, wie es dir jetzt möglich ist. Du bist sicher und geschützt in der Lichtsäule, deshalb kannst du dir das erlauben.
Wenn du deine Gefühle so gut spürst, wie es gerade möglich ist, dann stell dir bitte vor, diese Gefühle verwandeln sich in einer Art Nebel oder Rauch. Dieser Nebel ist vermutlich grau, das darf er auch sein, es fühlt sich ja auch nicht gut an. Ist dein Körper voll von diesem Nebel oder Rauch, dann stell dir jetzt bitte vor, wie du diesen Nebel nach oben in die Lichtsäule strömen lässt. Der Nebel steigt immer weiter auf und erreicht die Seelenebene, deine höchste Bewusstseinsebene, die Ebene, auf der du die Entscheidungen über das, was du als Mensch erfährst, triffst. Vielleicht nimmst du diese höchste Ebene bewusst wahr, vielleicht auch nicht. Lass einfach deine Gefühle in Form von Nebel oder Rauch nach oben strömen.
Deine Seele wollte eine bestimmte Erfahrung machen. Indem du die dazugehörigen Gefühle nach oben steigen lässt, gibst du ihr die Möglichkeit, diese Erfahrung auch tatsächlich zu erleben, sie zu fühlen, nicht nur von oben zu betrachten.
Nimm bitte wahr, was nun geschieht, jetzt, wo du deine Gefühle nach oben steigen ließest. Erlebe die Erleichterung und Befreiung in deinem Körper. Vielleicht gibt es eine bewusste Erkenntnis, vielleicht auch nicht. Vertraue darauf, dass deine Seele dir von nun an andere Erfahrungen, nämlich die des Glückes, der Liebe und der Erfüllung, der Freiheit und der Selbstbestimmung erschaffen wird, jetzt, wo sie gespürt hat, wie sich Schmerz anfühlt. Du spürst, wie strahlendes Licht von oben zu dir hinunterströmt und etwas auf deinem Kopf öffnet sich.
Es gibt nichts zu tun, diese Öffnung geschieht von ganz allein. Gibt es Energien in dir, die die Gelegenheit nutzen wollne, die irdische Ebene zu verlassen, dann dürfen sie das jetzt tun. Sie steigen einfach auf, verlassen deinen Körper und kehren nach Hause in ihr Licht zurück, heilen dort, werden erlöst. Alle Karma tragenden Seelenanteile, für die jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, diese Inkarnation zu beenden, steigen auf oder strömen hinab zur Erde, je nachdem, wohin sie gehören. Eventuell strömen neue Seelenkräfte in dich ein, erlaube, dass alles jetzt so geschieht, wie es heute richtig ist. Dein Kronenchakra öffnet sich immer weiter und wird strahlend hell.
Bleib in der Lichtsäule und erlaube, dass Heilung einfach so geschieht, ohne dass du noch etwas dazu beiträgst. Wenn deine Seele erkennt, wie sich das, was sie erschafft, anfühlt, dann vollzieht sie einen Entwicklungsschritt. Sie entwickelt Mitgefühl mit dem Menschen, der sie ja selbst ist. Von nun an wird sie dir mit ihrem neuem Seelenbewusstsein Erfahrungen der Liebe erschaffen.
Ruhe dich noch ein wenig aus und komm dann in deiner Zeit in den Raum zurück, in dem du dich befindest.

11.1.2016: Blog

Ich komme gerade wieder von einem wundervollen Wochenende bei Sonja Schmidt-Liebert aus der Nähe von Wien, wir sind geritten (nun ja, im Schritt bin ich auf einem wundervollen Pferd gesessen) und sie hat mir Sitzungen gegeben. Sonja vereint das Reiten und die Therapiearbeit auf dem Pferd mit wundervoller energetischer Körperarbeit und ich bin sehr gespannt, wie ich heute meinen eigenen Pferd begegne. Danke, liebe Sonja, es war wundervoll bei dir. Ich darf achtsamer mit mir selbst und den eigenen Energien werden und das Tapfersein darf aufhören. All diese Arbeit mit dem inneren Kind darf nicht dazu führen, dass wir nur wieder ein weiteres Werkzeug haben, mit dem wir uns selbst ausbeuten können, so war es nie gemeint. Pferde (was erzähl ich euch, das ist absolut nicht neu…) tragen dich, wenn du es ihnen erlaubst und wenn sie sich selbst dazu in der Lage fühlen. Und dieses Getragen werden ängstigt mich zutiefst, bin ich doch bildlich gesehen immer wieder vom Pferd des Lebens gefallen und tapfer wieder aufgestiegen, wieder hinuntergefallen, aufgestiegen…. dieses Tapfersein und immer wieder aufsteigen habe ich mir so zur Gewohnheit gemacht, dass mich sogar meine eigenes kleines Pferdchen abwerfen musste. Nun gut, natürlich kann ich auch noch nicht reiten, das kommt dazu:-) Zumindest nicht auf Pferden, auf dem Rücken des Lebens schon irgendwie.
Ich habe in den letzten zehn Jahren sehr viele Verluste erlebt, die ich alle weggesteckt habe. Ich habe mit viel Therapie, Achtsamkeit und was immer mir einfällt, weitergemacht. Aber vor allem war ich tapfer. All die Reisen, die mich von meinen so sehr geliebten Katzen trennten, die Schmach, wenn sich nur wenige Leute zu den Seminaren anmelden (das ist eine Schmach, seid ehrlich, ihr Energiearbeiter…), die Tode von Freunden, den Verlust meines eigenen Kindes, die Verrate… ich weiß, wie das klingt. Selbstmitleidig und: Was hat sich denn die Hühn da erschaffen? Die Hühn hat immer wieder Vertrauensvorschuss gegeben und genau das war auch richtig so. Doch jetzt darf es anders werden, jetzt darf es alles heilen. Und darum geht es in 2016. Um Heilung all dessen, was uns die letzten Jahre und Jahrzehnte gekostet haben. Ich habe mir eine chronische Bronchitis gezüchtet, auch die darf jetzt dieses Jahr heilen. Weil ich meine Arbeit so innig liebe und weil sie mich so sehr erfüllt, habe ich immer wieder (tapfer…) übersehen, wie unendlich hoch der Preis ist, den ein anderer Teil von mir zahlt und dass die Gewinne jeder Art die Verluste nicht ausgleichen, beruflich und privat. Die Verluste müssen betrauert und gesehen werden, egal, wie hoch der Gewinn einer Situation auch ist. Das sind komplett unterschiedliche Ebenen. Auch das ist mir bei Sonja sehr bewusst, noch bewusster, geworden. Ich bin immer sehr schnell bereit und auch in der Lage, das Gute, die Wachstumschance einer schmerzhaften Situation zu sehen und das ist auch wichtig. Doch darüber vergesse ich oft, ernsthaft und zu Ende zu trauern. Selbstmitfühlend sein geht anders. Und weil ich so tapfer bin (von wem genau möchte ich eigentlich dafür gelobt werden? nun ja, das wissen wir wohl beide, oder….), überfordere ich mich emotional schnell. Ich habe den Eindruck, in den letzten Jahren und Jahrzehnten ging es nicht anders. Ich habe unendlich viel gelernt und es gab einfach viele Verabredungen, die ich eingehalten habe, auch schmerzhafte. Doch jetzt treffe ich neue Verabredungen. Ich werde älter. Ich habe eine Atemwegserkrankung, die mich zu beeinträchtigen beginnt und mir Angst macht. Und ja, sie macht mir Angst, sie darf heilen, doch ich will nicht schon wieder mit Werkzeugen über diese Angst drüberbügeln… Ich darf liebevoller, achtsamer werden und meine Empfindsamkeit, aber auch meine Empfindlichkeit achten. Ich brauche nicht mehr so tapfer zu sein, ich darf mir neue Situationen erschaffen. Das schreibt sich leicht, das weiß ich selbst am besten. Ich werde sehen, wie ich es umsetze und euch selbstverständlich wie immer teilhaben lassen. Wir gehen einen schwierigen Weg, den so noch keiner gegangen ist und wir experimentieren. Bitte glaubt niemandem, der euch sagt, er hätte die Wahrheit für alle schon gefunden, zumindest erlebe ich das nicht so. Jeder findet seine eigene Wahrheit und darum geht es. Wir gehen unwegsames Gelände und haben nur unsere Sinne, unser inneres Gefühl, das uns trittsicher und mutig voranschreiten lässt. Manchmal nicht mal das. Dann ist aber immer jemand da, der dir die Hand reicht und dir hilft, den nächsten Schritt zu gehen. Ich habe auch solche Menschen in meiner Umgebung, die mir helfen und anders geht es für mich auch nicht.
DANKE an meine Wegbegleiter und danke an euch alle, die ich begleiten darf. Erlaubt mir, mich immer wieder zu zeigen. Denn nur so könnt ihr wählen, ob ich euch begleiten darf, ob ich würdig genug bin und ob du mir vertraust. In Liebe, Susanne

16.1. Blog

Vor ein paar Wochen traf ich eine sehr bekannte Psychologin, die sehr erfolgreiche Bücher auch über das innere Kind schreibt. Sie hat ausdrücklich keinen spirituellen Ansatz, sagte sie, las aber mein Buch „Das innere Kind: die Praxis“ sehr interessiert und offen. Wir verbrachten ein paar wundervolle Stunden miteinander und redeten über unsere verschiedenen Arbeitsansätze, die sich ja sowieso ergänzen, sich nicht widersprechen. Sie erzählte, dass sie für verschiedene Zeitschriften schreibt, Psychologie heute etc und ich wurde neidisch. (ja, na klar, warum auch nicht? Das würde ich auch gern!!) Ich sagte ihr genau das, wir lachten und sie meinte sinngemäß, das wäre alles sofort anders, wenn ich meinen spirituellen Ansatz mäßigen würde. Und auf einmal verstand ich ernsthaft, wie ich wahrgenommen werde. Ich gehöre in die Esoterikecke. Schluß aus. Egal, wie sehr ich auch psychologisch fundiert arbeite, ich bin für „die da draußen“ eine Esotussi. Und so eine lässt man nicht für seriöse Blätter schreiben. Als mir das klar wurde, musste ich wieder lachen und etwas in mir atmete erleichtert auf. Ich könnte doch mal ein Buch über das innere Kind schreiben, das nicht so spirituell sei, meinte sie sehr liebevoll und freundlich, das würde sofort ganz anders wahrgenommen werden. Schutzengel, das könnte man für das innere Kind gelten lassen, aber die Ahnen… da stiegen die meisten Psychologen aus. Ich lächelte und schüttelte den Kopf. Nein. Ich kann nicht. Der spirituelle Ansatz ist meine Welt, es ist men wichtigstes Werkzeug, alles andere ergibt für mich gar keinen Sinn. Ich stehe tief in der Esoterikecke und GENAU DA gehöre ich auch hin. Ich fühle mich hier bestens aufgehoben und sehr wohl. Ich glaube an Engel, an Seelenverträge, daran, dass alles einen höheren Sinn ergibt, der erforscht werden darf und will und der auch nicht immer der Weisheit letzter Schluss ist. Das fühlt sich unglaublich gut an. Ich muss nicht um Aufmerksamkeit eines Publikums kämpfen, das mich gar nicht sehen kann, weil ich viel tiefer in der Esoterikwelt stecke, als mir bewusst ist. Nun, ich gehöre genau da hin. Und jetzt sattle ich mein Einhorn und reite los und stehe voll und ganz dazu. Das schreibe ich, um dir Mut zu machen. Du kannst nur an der Stelle wirken, an der du eben stehst. Nimm DEINEN Platz ein und vergiss alle Marketingstrategien. Ernsthaft. Sagt sich leicht, ich weiß, vor allem, wenn man davon leben will. Aber was ist das für ein „von deiner Berufung leben“, wenn du sie dazu verraten musst? Hm???
29.2.2016

Zaubergärtnern…

Unser Erleben ist im Wandel, das spüren sehr viele. Doch was geschieht gerade, worum geht es? Was meint es, dieser Aufstieg in eine ominöse 5. Dimension, der Wechsel vom Karma ins Dharma? Ich möchte euch gern ein Bild geben, wie ich den Zeitenwandel auf spiritueller Ebene erlebe.

Stell dir vor, du bekommst ein paar kleine Rosensträucher in die Hand gedrückt und jemand sagt dir: „Pflanz die ein und hüte sie, halte sie am Leben. Dadurch wirst du alles über das Wesen des irdischen Lebens lernen, was es zu lernen gibt: du lernst, zu überleben. Wenn du alles gelernt hast, komm wieder und berichte.“ Du kommst auf die Erde und pflanzt diese Rosen. Und nun geht es los. Dürre. Hurrikans. Überschwemmungen. Blattläuse und was noch alles. Du meisterst im Laufe der Zeit, der Inkarnationen, all diese Herausforderungen, lernst, für das zu sorgen, was es braucht, damit die Rosen am Leben bleiben. In den ersten inkarnationen hast du womöglich aufgegeben, wusstest verständlicherweise nicht weiter. Du bekamst neue Rosenstöcke und versuchtest es immer wieder – am Ende erfolgreich. Du hast das Überleben, das Gärtnern zur Meisterschaft gebracht und dabei sehr sehr viel über das Leben auf der Erde und was nötig ist, um es zu meistern, gelernt. Du hast gelernt, durchzuhalten, die Rosenstöcke und auch dich selbst nicht aufzugeben, neue Wege zu entwickeln und eine Menge mehr. Das konntest du nur lernen, indem du all diese Herausforderungen erlebtest, einfach deshalb, weil es sie auf der Erde nun mal gibt.

Doch nun ändern sich die Aufgaben. Es ist für mich, als hätte der große Gärtner Gott oder wie immer du ihn nennen willst, gesagt: „Du weißt jetzt alles darüber, wie man diese Rosen trotz aller Widrigkeiten am Leben hält. Nun bringe sie zur vollendeten Blüte, hüte sie, nähre sie, lerne, ihnen zu geben, was sie brauchen, um ihr höchstes Potenzial zu entfalten. “ Das geht nur, wenn die Umgebung sicher ist. Du kannst keine Rosen zum Blühen bringen, wenn sie um das Überleben kämpfen müssen. Nun aber geht es darum, das höchste Potenzial zu entfalten und herauszufinden, wie viel Schönheit und Ausdruck möglich ist, wenn die Gegebenheiten sicher sind, die Weichen gestellt.Und das ist für mich Dharma. Wir lernen nun, unser eigenes Potenzial zur höchsten Entfaltung zu bringen und das ist neu. Da waren wir noch nie. Es gab Hochkulturen, die bestimmte Aspekte zur Vollendung brachten wie die Handwerkskunst oder auch die Kriegskunst. Doch nun geht es um dein eigenes seelisches und spirituelles Potenzial, das voll und ganz zur Erde gebracht werden will. Du hast den Boden bereitet und alles über das Überleben gelernt. Nun blühe in den schönsten Farben, dufte so betörend, wie es dir nur möglich ist. Das ist ein neuer Weg, der entwickelt und geübt werden will. Wenn dich das berührt, dann bist du einer dieser Gärtner, die nun nach Vollendung streben, nach ihrem idealen Ausdruck, der einzigartig ist und der nur durch dich gelebt werden kann.

26.4.2016

Berufung leben – ein Kinderspiel?

„Was bedeutet es, die eigene Berufung zu leben? Und was ist das überhaupt, eine Berufung? Kann ich davon leben? Wann ist der richtige Zeitpunkt, meinen ungeliebten Brotberuf aufzugeben und das zu tun, was ich wirklich tun möchte?“ Das fragten mich Teilnehmer oft in den Seminaren und Vorträgen, die ich halte. Und dann folgt der Seufzer: „Das muss wundervoll sein, genau das zu tun, wozu man auf die Erde gekommen ist und was einem erfüllt, quasi das Hobby zum Beruf zu machen…!“Ja, es ist wundervoll, die Berufung zu leben. Und nein, mach bloß nicht dein Hobby zum Beruf! Denn die Bestimmung, hat nur selten etwas mit dem Hobby zu tun, das man ausübt.Eine Berufung, wie ich sie erlebe, ist eine tiefe innere Bestimmung, eine Kraft, die einen geradezu zwingt, sich mit einem Thema zu befassen, selbst dann, wenn man es gar nicht unbedingt möchte.Folgst du deiner Berufung, so schleift dich dein Weg, als wärst du ein Diamant. Er fordert von dir, vollkommen authentisch und aufrichtig zu sein, mutig, selbstbestimmt und selbstverantwortlich. Und das vergessen viele Menschen, die zu früh ihren Job kündigen, um ihrer Berufung zu folgen. Es braucht viele Faktoren, damit aus deiner Berufung, der du unbedingt folgen solltest, auch ein Beruf wird, der dich ernährt. Das eine bedingt nicht zwingend das andere.Deshalb gebe ich dir hier eine kleine Checkliste, mit deren Hilfe du überprüfen kannst, ob du bereit bist, den Weg der Berufung als Haupterwerbsquelle zu gehen.1.Bist du bereit, dich selbständig zu machen? Es ist nur logisch, dass deine einzigartige Berufung in den seltensten Fällen eine Stelle in einer bereits existierenden Firma ist…Oft werde ich zum Thema Berufung gefragt: „Ja, was IST denn nun meine Berufung?“ Und der Klient erwartet eine Berufsbezeichnung, am besten noch die Emailadresse der passenden Firma. Nun, das ist sie schon mal nicht. Es ist die Art, wie du etwas tust, das, was dir inniglich am Herzen liegt, das, was du in die Welt bringen willst. Den Ausdruck dafür zu finden und immer wieder anzupassen ist ein Weg, den du selbst gehen darfst und musst. Es kann natürlich sein, dass es genau die offene Stelle gibt, an der du perfekt wirken kannst, selbstverständlich. Aber es ist nicht die Regel. Meistens gibt es das, was durch dich auf die Erde kommen will, noch nicht, sonst wäre es keine Berufung. Selbst wenn du genau weißt, welchen Beruf du ergreifen willst so ist es doch deine Gesinnung, deine innerste Absicht, aus der heraus du diesen Beruf ausüben willst, die ihn zur Berufung macht. Und das macht es so schwierig. Denn selbst wenn du genau den Beruf ergreifst, zu dem du dich berufen fühlst, so ist vielleicht die Art, wie du ihn in dieser Firma oder auch in diesem Krankenhaus ausüben sollst, nicht die deine. Und dann lebst du vordergründig zwar deine Berufung, doch in Wahrheit erfüllst du nur eine Rolle.Dich selbstständig zu machen ist häufig eine Notwendigkeit, wenn du wirklich authentisch von deiner Berufung leben willst.

  1. Bist du bereit, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass du etwas Neues, Einzigartiges aufbaust, für das der Markt eventuell noch nicht bereit ist? Dass du also Vorreiter bist und viel Werbung machen musst?

Sei es in der Firma oder Behörde, in der du arbeitest oder in der freien Wirtschaft. Du bringst einen neuen Impuls mit, und der stößt zumeist erstmal auf Widerstand. Das tut wirklich weh. Jetzt darfst du nicht an dir zweifeln, zumindest nicht lang und nicht nachhaltig. Vertraue dir. Die Zeit ist vielleicht noch nicht reif, bleib am Ball. Dadurch, dass du deinem Impuls folgst und nicht aufgibst, reift die Zeit heran, hast du schon einmal daran gedacht? Du bereitest dir (und auch Nachfolgern!) selbst den Weg, den du dann später gehen wirst. Warte also nicht untätig darauf, dass du eines Tages Erfolg haben wirst. Denn dieser Erfolg kommt, eben weil du Vorreiter warst und bist. Und genau das gehört zu deiner Berufung dazu. Gäbe es das, wozu du berufen bist, schon, bräuchte es dich nicht. Es stimmt auch nicht zwingend, dass das, was durch dich kommen will, schon seine Abnehmer findet, wenn „es sein soll“, Sonst gäbe es nicht so viele in ihrem Beruf relativ mittelmäßige, durch gutes Marketing aber sehr erfolgreiche Menschen und äußerst Talentierte, die nicht sichtbar sind. Die meisten Menschen, die kein Marketing machen wollen, schämen sich schlichtweg dafür, sich in Position zu stellen. Das ist nicht hilfreich, wenn du ernsthaft von deiner Berufung leben willst…

  1. Bist du bereit, zu tun, was nötig ist, um Geld aufzutreiben und zu verdienen?

Bedeutet: bist du bereit, einen Businessplan zu machen? Zur Bank zu gehen? Dich um Steuern und Rechnungen zu kümmern? Buchhaltung zu machen? Werbung zu schalten? Controlling zu machen? Dich mit all dem Kram abzugeben, den es nun mal braucht, damit ein Unternehmen zumindest eine Chance hat, erfolgreich zu werden? Die meisten Menschen, die ihre Berufung leben wollen, sind Idealisten, Träumer und Spinner im allerallerbesten Sinne des Wortes. Das müssen wir sein, sonst hielten wir nicht durch. Um etwas Neues zu machen, braucht es eine gehörige Portion Idealismus. Nun, welcher Idealist gibt sich gern mit Umsatzsteuervoranmeldungen ab? Ist es dir das wirklich wert? Die Frage meine ich ernst. Willst du von deiner Berufung leben, dann musst du dich mit all dem herumschlagen.

  1. Bist du bereit, die nötige Technik kennenzulernen und zu nutzen?

Homepage. Youtube. Onlineseminare. Voiceyou. Skypeinterviews und was weiß ich noch alles. Viele Menschen, die sich nach ihrer Berufung sehnen, haben eine Art Berührungsangst mit der Technik, die sie nutzen sollten, um mit dem, was sie tun, sichtbar zu werden. Das macht nichts. Wenn die Hemmschwelle aber zu groß ist, findet das Gehirn eine Menge ausreden, warum man bestimmte Plattformen nicht nutzt. Das ist ok. Aber der Erfolg hängt auch davon ab, wie sichtbar wir in der Welt sind.

  1. Bist du bereit, mit dem, was dich im Innersten bewegt, sichtbar zu werden und die Verantwortung dafür zu tragen?

Auch, wenn dich deine Eltern nicht mehr verstehen, sich Sorgen machen, auch, wenn deine Freunde dich fragen, was denn mit dir los ist? Auch dann, wenn deine Familie findet, du verbringst zu viel Zeit im Atelier oder mit merkwürdigen Leuten und auch dann, wenn das, was du tun möchtest, in dieser Gesellschaft einen komischen Beigeschmack hat? Und du nur wenig Geld verdienst? Das, was durch dich geboren werden will, ist brandneu, sonst wäre es keine Berufung. Das gibt es noch nicht. Darauf reagieren die Leute komisch, das musst du aushalten. Das wirst du auch, leicht. Aber nur, wenn dein inneres Kind in dir an einem sicheren Ort ist und der gereifte Erwachsene in dir Raum hat, zu wirken.

  1. Bist du bereit, anzuerkennen, dass deine Berufung kein „Hobby“ mehr sein wird, wenn du davon leben willst?

Meine Berufung war nie mein Hobby. Meine Hobbies sind lesen, Pferde und Katzen hüten und streicheln, meine Wohnung dekorieren, tanzen, spazieren gehen, meinen Garten pflegen, mit Freundinnen kichernd Kaffee trinken und so weiter. Meine Berufung ist es, anderen Menschen zu ermöglichen, in tiefen Kontakt mit sich selbst und ihrer ureigenen Wahrheit zu kommen. Und darüber zu schreiben. Wenn du deine Berufung leben willst, musst du gut werden in dem, was du tust, denn du trägst eine Menge Verantwortung. Wenn du deinem Hobby nachgehst, nun ja, dann bist du so gut, wie du eben bist, es hängt nicht viel dran. Selbst wenn du Meister in dem bist, was du tust, so trägst du nicht viel Verantwortung, wenn es „nur“ dein Hobby ist. Du hast eine Hintertür offen und das ist auch gut so. Willst du aber deine Berufung leben, dann nimmt sie dich in die Pflicht und schickt dich auf den Weg zur Meisterschaft. Berufung zu leben verlangt dir alles ab, es ist ein Dienst am Leben, kein Beruf. Es gibt kein Wochenende. Es gibt keinen Dienstschluss. Denn du bist innerlich immer mit dem beschäftigt, was dich ruft, immer auf dem Weg, einen noch besseren, authentischeren Ausdruck dessen zu finden, was durch dich zur Erde kommen will.
Weil dich das, was du so selbst liebst, so tief berührt, überforderst du dich vermutlich regelmäßig. Du musst lernen, mit deinen Energien gut umzugehen, auch das gehört dazu, wenn du den Weg der Berufung gehst. Sei realistisch. Sei vernünftig. Mach diesen Businessplan. Und dann flieg auf den Schwingen deiner Inspiration bis hoch zu den Sternen.

September 2016

Wie bleibt man als Heiler gesund?

Liebe Freunde, je ernster ihr es meint mit dem, was ihr anderen geben möchtet, je tiefer ihr eure Lebensaufgabe in euch wirken lasst, desto größer ist die Herausforderung, eindeutig und klar für euch selbst sorgen zu lernen. Ich brauche nach einem Seminar unbedingt Auszeiten, in denen ich nur mich selbst und das, was ich spüren will, spüre. Meine Tiere, meinen Garten, das, was ich eben privat so hüte und versorge und genieße. Auf gar keinen Fall kann ich dann mal eben kurz wo rein spüren oder mal eben schnell eine Frage beantworten, das ist wirklich absolut Stress für mein System. Ich kann auch nicht eben mal schnell einen Text schreiben. Nicht bei dem, was ich sonst noch alles so leiste. Das weiß ich. Aber ein Teil in mir fühlt sich eben doch immer irgendwie in der Pflicht, wenn ich Not sehe. Und das kennst du. Es macht mich unfassbar traurig, wenn ich mir meine Auszeiten nicht nehme. Genauso traurig macht es mich auch, wenn sie nicht respektiert werden. Ich arbeite mit dem inneren Kind, also an der Quelle der unendlich tiefen Bedürftigkeit, die jeder in sich trägt. Damit ich das weiterhin tun kann, brauche ich eindeutige und klare Ansagen und Absprachen mit mir selbst. Gerade heute spüre ich eine immenseTraurigkeit in mir, weil es nie genug zu sein scheint. Egal, wie viel ich gebe, es gibt immer einen, dem es nicht genug ist und der doch noch etwas will und mit emotionaler Erpressung oder passiver Aggression daherkomt. Das ist das innere Kind und seine Methoden, natürlich. Mich dagegen abzugrenzen fällt mir schwer, macht mich distanzierter, als ich sein will und doch geht es nicht anders. Wirklich nicht. Ich bin manchmal selbst sehr in Not, wenn ich spüre, dass es einfach nie reicht. Natürich geht es immer um Selbstverantwortung und ich weiß selbst, wie schwer es ist, sie zu übernehmen, wenn es um das innere Kind geht. Und natürlich spiegelt mir das auch etwas. Und doch, manchmal gibt es Ausstiegstendenzen. Es wird manchmal zu viel. Ich bin auch ein Mensch, keine Antwortmaschine, nur weil ich gut spüren kann. Und darum geht es. Nur weil du etwas kannst, musst du es noch lange nicht ständig machen. Wenn du gut bist in etwas, dann hüte es. Achte auf deine Energie, Mach dich lieber unbeliebt und steig aus aus der Rolle des ewig verfügbaren Engels. Der Preis ist zu hoch. Gerade heute spüre ich diese tiefe Trauer und das geht nicht. Deshalb: Lerne bitte von mir und hüte deine Energie.

20.9.2016

Tod – eine Illusion?

 

Ich lese im Moment immer wieder, es ergibt keinen Unterschied, ob jemand inkarniert ist oder nicht, wenn jemand stirbt, dann gibt es das in Wahrheit gar nicht und wir bleiben ja genauso verbunden. Wenn das stimmte, dann frage ich mich, warum und wozu wir diese ganze menschliche Erfahrung überhaupt machen, wenn es am Ende so egal ist. Ich erlebe das vollkommen anders. Es ergibt für mich einen immensen Unterschied, ob ich mit jemanden sprechen kann, ihn anfassen, ihn streicheln, für ihn kochen und mich auch mit ihm auseinandersetzen kann oder ob ich drauf angewiesen bin, dass ich ihn fühle, wahrnehme, mir selbst in meiner Wahrnehmung vertraue und letztlich nur auf nichtstofflichen Ebenen verbunden bin. Natürlich ergibt es einen riesigen Unterschied. Eine für uns Menschen wesentliche Begegnungs-Ebene ist auf einmal verschwunden. und das tut sauweh., Das ist auch nicht egoistisch, es fehlt einfach ganz konkret und real eine wichtige Ebene, auf der man sich begegnen kann. Ja, die anderen Ebenen sind da. Aber diese Ebene nicht. Warum scheuen wir uns so sehr davor, diese Trauer und diesen Schmerz wahrhaben zu wollen? Es ergibt viel Frieden und Ruhe, wenn man auf den nichtstofflichen Ebenen kommunizieren kann, ja. Manchmal ist diese Begegnung inniger und tiefer als es auf der menschlichen Ebene mit diesem Menschen jemals möglich wahr und das ist wundervoll. Aber streicheln kann ich den anderen deshalb dennoch nicht mehr und auch keinen Kaffee mehr mit ihm trinken. Wenn ich an meinen Kater Joey denke, dann kann ich ihm keinen Hüttenkäse mehr hinstellen und gemeinsam mit ihm essen, den er so liebte. (ja, zu salzig, weiß ich.) Für mich ergibt es einen gewaltigen Unterschied, ob jemand im Körper ist oder nicht und das ist für mich eine tiefe Verneigung vor dem Menschsein.

20.10.2016

Ausgebrannt? Emotional völlig erschöpft? Willkommen im Club. Wir haben in der letzen Imagogruppe das Körperbewusstsein, das Seelenbewusstsein und den höheren Auftrag aufgestellt. Es war frappierend, wie sehr der höhere Auftrag das eigene Seelenbewusstsein überfrachten kann, so dass gar kein Raum mehr ist für dich selbst. Sogar die Chakren schwangen nur im Höheren Auftrag, nicht im eigenen Seelenbewusstsein. Wusste ich vorher nicht, das hab ich erst in einer (eigenen!) Aufstellung gespürt. Es gibt einen Unterschied zwischen der eigenen „Privat“Seele und dem Höheren Auftrag, der kommt aus einer übergeordneten Seelengruppe, den Meistern, dem Rat der Weisen, dem Rat der Drachen, aus dem Erzengelstrahl, zu dem du gehörst oder woher auch immer.

Dann kannst du dich nicht spüren und es treibt dich immer an, deinen Auftrag zu erfüllen. Wenn du so müde bist, das ist bei mir auch so, dann schau bitte nach, was ist denn dieser Auftrag und – hast du ihn vielleicht längst erfüllt? Dann wird es Zeit, dich daraus zu entlassen, dich mit dem eigenen Seelenselbst zu verbinden, Körperbewusstsein und Seelenbewusstsein im Menschsein zu verankern und DANN kannst du einen neuen Auftrag bekommen. Die Basis aber ist das Zusammenspiel aus Seelen- und Körperbewusstsein, das in dir als Mensch von deinem menschlichen Bewusstsein choreographiert wird. Der höhere Auftrag ist deshalb so überbordend präsent, damit du ihn erfüllst, damit er dir bewusst wird. Doch das darf sich jetzt ändern.

2. Advent 2016

Nun ist sie wieder da, diese Zeit, in der wir Sehnsucht nach uns selbst haben. Nach einem ganz bestimmten Gefühl, das wir aus unserer Kindheit kennen oder das uns suggeriert wird, an das wir uns aus anderen Zeiten erinnern oder von dem wir ganz tief in uns spüren, das es zu dieser Zeit gehört. Heute morgen saß ich mit meiner Katze im Schaukelstuhl und schrieb ein wenig Tagebuch. Auf einmal spürte ich, wie groß der Unterschied ist zwischen dem, was ich im Moment so gerne leben würde und dem, was tatsächlich passiert. Wir machen es uns gemütlich. Wir kaufen Geschenke. Wir zünden Kerzen an. Wir bereiten einen Raum, damit wir es schön haben. Wir backen, wir kochen, wir stellen Bäume auf, wir schmücken. Wir sind ständig in Aktion damit wir uns endlich ausruhen und mit neuer Kraft versorgen lassen können. Ist das nicht absurd? Was betreiben wir für einen Aufwand, damit wir es uns schön machen können! Ich komme vor lauter „Yang“, also „Tun“, gar nicht dazu, endlich in Yin, ins Geschehenlassen, zu schalten, die Stille, den Winter, die Ruhe, jene Kraft, die im Rückzug liegt, zu erleben und in mich aufzunehmen. Stattdessen schreibe ich noch schnell dies und das, mache noch ein Interview, gebe noch einen Workshop, damit alles noch dieses Jahr fertig wird. Wozu? Damit ich dann im Januar mal zwei Tage frei habe? Die Weihnachtsdekoration hängt noch nicht, weil ich mich noch nicht entsprechend fühle und das Dekorieren nicht als eines der Dinge abhaken will, die zu tun sind. Dazu ist es mir zu wichtig. Und doch macht es mir Druck, dass die Tanne draußen noch nicht steht und noch keine Lichterkette trägt, ich will ja, dass die inneren Kinder meiner Familie glücklich sind. Worum geht es also? Weihnachten ist ein Gefühl. Es braucht Raum, diese Gefühl. Es braucht Muße. Es braucht auch ein paar Accessoires, natürlich. Plätzchenduft, Kerzen und glänzende Kugeln helfen.

Ich habe Sehnsucht nach dieser Muße, dieser inneren Einkehr. Ich erlebe sie im Wald, wenn die Sonnenstrahlen den Raureif zum Glitzern bringen. Ich erlebe sie, wenn ich mit meiner Katze auf dem Schoß am Kamin sitze. Ich erlebe sie nicht, wenn ich mich von Menschenmassen auf Weihnachtsmärkten herumdrängen lasse. Und doch gehe ich zu Weihnachtsmärkten, weil dort viele andere Menschen Räume schaffen, Schönes und Köstliches anbieten, es ihren Besuchern gemütlich machen wollen. Natürlich wollen sie auch ihre Sachen verkaufen, doch das dürfen sie ja auch. Dafür bekommt man ein wunderhübsches, zauberhaftes Ambiente, das aufzubauen viel Kraft kostet.

Weihnachten also. So ambivalent, so sehr ersehnt und doch jedes Jahr eine so große Herausforderung. Wäre ich ein Engel und würde das Ganze von oben betrachten, so wäre ich gerade in dieser Zeit bestens unterhalten. In der Sehnsucht nach Ruhe machen sich Menschen mehr Arbeit als das ganze Jahr über, das ist doch wirklich amüsant. Aber so sind wir Menschen, wir gestalten, wir spielen mit den Möglichkeiten, wir geben unser Bestes.

 

Seid friedlich mit dem, was ist. Nehmt euch die Freiräume, die da sind und entspannt euch gleichzeitig in das Herumgerenne hinein. So sind wir Menschen. Wir rennen einem Gefühl hinterher und tun alles, was in unserer Macht steht, um es zu erleben  – aber auch, und das macht das Ganze wieder so groß, es anderen zu ermöglichen. Oder für wen kaufst du all diese Geschenke, für wen machst du es schön und kuschelig? Für dich, hoffe ich. Aber sicher nicht nur. Komm in Frieden mit dem, was ist. Renne umher, suche das Gefühl, gestalte Räume, vermittle es anderen, indem du Geschenke besorgst und Plätzchen backst. Aber vergiss in all dem Trubel, der ja nur der Stille dienen will, nicht, in diesen glitzernden Winterwald zu gehen.

21.12.2016

Gerade mache ich eine sehr merkwürdige Erfahrung, die alles auf den Punkt bringt, worum es auf der Erde geht, zumindest so, wie ich es erlebe. Ich schreibe ein Buch über Seelenverträge. Ich sitze also in meinem kerzenerleuchteten Zimmer, habe meine Katze bei mir und es duftet nach Vanille, ich meditiere viel, damit ich die hohen Ebenen spüre und sorgfältig aufschreiben kann. Ich bin ganz bei mir, in Frieden, beinah schon selig. Alles ist super, ich bin in einem Zustand, den ich schon lange nicht mehr hatte, weil das Leben meiner Erleuchtung, Entspannung und Kontemplation einfach ständig dazwischenfunkte.

Ich muss in diesem Zustand sein, sonst kann ich mein Buch nicht schreiben, ich nehme mir also die Zeit, zu meditieren, schon aus beruflichen Gründen.

 

Und dann gehe ich in den Stall, hole mein junges Pferdchen, gehe mit ihr spazieren und meistere mit ihr Herausforderungen wie ihre Angst und ihren Fluchtinstinkt. Mein Körperbewusstsein liebt das, es wacht auf, verbindet sich mit ihr, meistert auch meine eigene Angst. Ich bin nicht besonders gut darin, physische Herausforderungen zu bestehen, obwohl ich als Kind zum Glück (und oft gegen meinen Willen, danke, Vater!!) gut trainiert wurde. Ohne das Training wäre ich heute wohl nur ein Couchpotato. Aber es fällt mir dennoch sehr viel leichter, zu meditieren als über Stock und Stein zu kraxeln, noch dazu mit einem Pferd, das jede Sekunde flüchten kann. Wir üben und sie macht das zauberhaft, aber man weiß nie… Wir gehen also spazieren oder haben eine Reitstunde. Mein Körperbewusstsein will genau das – und ich bin so voller Adrenalin, dass ich meinen schönen spirituellen kontemplativen Zustand verliere.

Als mir das klar wurde, musste ich erstmal lachen.

Denn genau darum geht es. Das ist Menschsein, sowohl als auch. Ich bin ein spirituelles Wesen, das Erfahrungen mit dem Menschsein macht. UND ich bin ein zutiefst physisches,  menschliches Wesen mit einem Körperbewusstsein, das Erfahrungen mit einer Seele, gar mit Engeln macht. Beides stimmt.

 

Lest dieses Buch hier, dann versteht ihr euch, ich kann es euch nur von Herzen empfehlen.