Susanne Hühn

Körper und Seele in Harmonie vereinen

Frieden atmen

calmera und ich

Frieden atmen

(aus: Sei du selbst, dann bist du richtig)

Eine einfache, sehr wirksame Methode, sich selbst immer wieder ins Gleichgewicht zu bringen, ist folgende:

Wann immer du etwas hörst, siehst, erlebst oder fühlst, das dich in Schwierigkeiten bringt, das deine Energie senkt und dir Kummer, Scham oder Schmerzen bereitet, erlaube dir, zu erkennen, wo und auf welche Weise du deine Gefühle im Körper erlebst. Was geschieht mit der Atmung? Verspannt sich der Nacken, der Rücken, der Bauch? Ballst du die Fäuste, drückst du deine Fingernägel in die Handflächen? Krallst du die Zehen, verzieht sich das Gesicht, verspannt der Kiefer?

Jedes Gefühl hat einen körperlichen Ausdruck zur Folge, und sei es, dass deine Atmung flacher und mühsamer wird.

Nimm also wahr, auf welche Weise dein Körper reagiert und dann, ohne zu analysieren, was woher kommt, atme Frieden in den entsprechenden Körperteil. Denke Frieden, stelle dir Frieden wie eine Farbe vor, werde bereit, in Frieden zu kommen, rufe eine weiße Taube oder die Engel des Friedens – was immer dir nützlich erscheint, atme dieses Symbol in deinen Körper, dahin, wo der Schmerz und der Kummer gerade wirken.

Damit nimmst du deine eigene Resonanz mit dem Thema heraus.

Hmm, denkst du vielleicht, solltest du dich nicht lieber bemühen, Abhilfe zu schaffen?

Ja, natürlich, wenn du es kannst. Manchmal aber haben wir keinen Einfluss auf das, was geschieht, zum Beispiel, weil es bereits vergangen ist und die Erinnerung an den Schmerz noch stark wirksam ist. Wann immer du also an einen Schmerz erinnert wirst, egal, ob er dir persönlich zugestoßen ist oder ob du Zeuge warst – atme Frieden. Wann immer dir Scham die Kehle zuschnürt, atme Frieden. Wann immer Wut dafür sorgt, dass du deine Fäuste ballst, atme Frieden.

 

Frieden zu atmen ist kein Ersatz dafür, in die Handlung zu kommen und zu ändern, was zu ändern ist. Es ist ein Werkzeug, eines von vielen.

 

Warum schreibe ich „Frieden“, nicht „Liebe“? Weil mir Frieden zu atmen leichter fällt als Liebe. Wenn ich „Liebe“ atmen will, dann erwarte ich von mir ein bestimmtes Gefühl im Herzen, das alles umfasst und mich in einen gesegneten Zustand bringt, ich erwarte eine Handlung, eine innere Reaktion. Ich erwarte von mir, den Zustand der Liebe zu erzeugen, wenn ich „Liebe“ atmen will. Genau das kann ich aber nicht, wenn ich wütend, traurig, beschämt oder voller Schmerz bin. Atme ich dagegen „Frieden“, so weiß ich, ich kann diese Kraft nicht selbst erzeugen, ich öffne mich dafür, dass sie in mich einfließt. Ich kann lediglich bereit werden, Frieden einströmen zu lassen, die Energie „Frieden“ selbst ist ein Geschenk des Himmels. Das ist natürlich sehr subjektiv, atme, was du willst und was für dich funktioniert: Segen… Gnade… Licht… was immer dich in Frieden und in dein Gleichgewicht bringt.

Und dann werde bereit, in Frieden zu kommen. Schau dir den Schmerz an und entscheide dich dafür, mit diesem Schmerz in Frieden zu kommen, mit dieser Erfahrung Frieden zu schließen.

Das Leben darf sich ändern und es darf neue Lösungen geben. Es mag sein, als kapituliertest du vor der Erfahrung und auf eine Weise stimmt das auch. Aber es ist eine gute Art von Kapitulation, jene Art, die dir neue Wege öffnet.