Susanne Hühn

Körper und Seele in Harmonie vereinen

Blog

November 2017

Liebe Leser,

Schriftsteller oder überhaupt Künstler zu sein bedeutet oft, tiefe Sehnsucht nach sich selbst zu haben und gleichzeitig voller Hemmung zu sein, anzufangen. Weil die Scham darüber, sich zu zeigen, in jeder Zelle sitzt. Es bedeutet, voll brennender Ideen zu sein, diese innere kreative Spannung zu halten und sich gleichzeitig mit dem Alltag und den Wünschen anderer auseinander zu setzen. Schriftsteller zu sein heißt, dass du fast platzt vor all dem, was gesagt werden will und doch Angst hast, nicht die richtigen Worte zu finden. Bei mir bedeutet Schriftsteller sein außerdem, dass ich viel schneller tippe, als ich es kann, das heißt, ich brauche mindestens noch mal so lang, um den Text in eine Form zu bringen, die man lesen kann. Ich erahne meistens nur, was ich meinte, wenn ich so schnell schreibe, wie es aus mir heraus fließen will und das nervt mich. Als Schriftsteller werde ich ständig mit meinem eigenen Gefühl, nicht gut genug zu sein, konfrontiert und oft genug stimmt das auch. Es warten so viele Geschichten, Erkenntnisse und Impulse in mir darauf, in Form und auf eine für den Leser gut zu erfassende Weise nach Auen gebracht zu werden, dass ich manchmal an der Form verzweifle. Ich muss mich mit QR-Codes befassen, mit Schnittstellen, mit kompatiblen und nicht kompatiblen Systemen, dabei will ich einfach hier mit meinen Katzen sitzen und schreiben. Das ist so, wenn man vom Schreiben leben will, es muss nach Außen und unter die Leute gebracht werden. Schriftsteller zu sein bedeutet für ich, meinem Quell der Inspiration zu vertrauen und es auszuhalten, wenn sie einmal nicht fließt. Es bedeutet, sehr gut darauf zu achten, was mich selbst nährt und alles zu unterlassen, was meine Inspiration nachhaltig dämpft – besonders im Umgang mit anderen Menschen. Ich kann nur Menschen in meinem nahen Umfeld haben, die selbst inspiriert sind und für etwas brennen, denn nur sie verstehen, dass ich jetzt, doch, jetzt und auf der Stelle an meinen Schreibtisch muss, egal, was gerade passiert. Oft genug klappt das nicht, es gibt immer noch etwas zu tun oder jemand braucht mich und dann wird es ganz schlimm – dann spüre ich diese tiefe Sehnsucht nach mir selbst und werde wütend. Oder ungeduldig. Jammerig sogar, ich sags einfach mal. Ich sehne mich nach meine Elfenbeinturm, in dem ich in Ruhe und Frieden schriftstellern kann und liebe meine pralles, intensives, mich sehr forderndes Leben mit all den Wesen um mich herum, mit denen ich in inniger Beziehung bin, Mensch und Tier. Ich sehne mich danach, eine Woche lang nichts zu reden und nur mich zu hören und gleichzeitig schöpfe ich unermesslich viel Kraft aus meinen Beziehungen, aus meiner gepflegten Wohnung und aus meiner harmonischen Umgebung. Wenn der Abwasch ruft, dann spüre ich das, es ist keine Ablenkung, sondern da ist eine Art Disharmonie im Haus, die geglättet werden will, selbst wenn ich gerade schreiben möchte. So ist das für mich als Schriftstellerin… ohne Fazit, ohne Lehre, es ist so und ich liebe es.

Oktober 2017

Liebe Leser,

ich bin gerade sehr begeistert und beseelt. Seit einiger Zeit spüre ich, dass sich etwas in mir verändern will, weiterentwickeln, möchte ich sagen. Ich habe mal gehört, dass sich mit 52 Jahren die kollektive Bestimmung oder Berufung zeigt, nun, ich bin 52. Man könnte sagen, ich hätte meine Berufung auch für das Kollektiv gefunden, aber das stimmt nicht ganz, da geht noch was, spüre ich. Aber es ist nicht noch mehr Innere Kind Arbeit, die liebe ich sehr und ich entwickele sie weiter, das steht außer Frage – es ist aber nicht alles. Da will noch etwas anderes in die Welt.

Am Freitag Abend hatten viele der Autoren des Verlages, für den ich schreibe, ein meeting in den Verlagsräumen, weil wir über die Zukunftsgestaltung des Verlages reden wollten, ja, mussten. Sachbücher verkaufen sich nicht mehr so gut, seit man alles, was man wissen will, bei youtube anschauen kann, so war der Tenor und das stimmt sicherlich auch. Also, was tun? Wir sprachen über Marketing, besonders über online-Marketing und so weiter, alles schön und gut und wichtig.

Doch auf einmal hatte ich das Gefühl, wir sollten zusätzlich zu all der Werbung etwas ganz anderes tun: uns erneut und tiefer miteinander verbinden. Nicht bei facebook. Sondern geistig.

Wir dürfen zusammen einen Energiestrahl bilden, der unsere gemeinsame Absicht in die Welt herausstrahlt und ich bin sehr sicher, dadurch entstehen ganz neue Wege, wie ihr, unsere Klienten und Kunden, zu uns findet.

Was will ich euch damit sagen?

Dass es um echtes, wahres Vernetzen geht. Wir sind nun alle so sehr in unserer Kraft, stehen so stabil auf unseren Füßen, dass wir es uns leisten können, gemeinsame Absichten und Energiebündel zu bilden. Es geht darum, die eigene Absicht zu überprüfen und sich dann zu vernetzen, um ein größeres und stärkeres Feld zu bilden. Das wissen wir. Das tun wir ständig, indem wir zu Tausenden Lichter anzünden, gemeinsame Meditationen und Friedensgebete und was noch alles machen. Und doch gibt es viele Lebensbereiche, da werkelt jeder alleine vor sich hin, bringt mühsam seine Energie in die Welt.

Doch Energie will sich ausbreiten. Energie will sich aus einem gebündelten Zustand in die Welt verströmen.

Warum funktioniert es, wenn du dich auf etwas fokusierst, warum veränderst du damit die Welt? Du bündelst, indem du dich fokusierst, einen Energiestrahl. Das ist, als würdest du einen Becher mit kochend heißem Wasser füllen. Die Hitze, das ist deine Absicht, deine gebündelte, konzentrierte Kraft. Was passiert mit heißem Wasser, wenn du es stehen lässt? Die Hitze verteilt sich im Raum, irreversibel, du kannst den Prozess nicht umkehren. Sie berührt und durchdringt alles, was um den Becher herum ist und verändert es. Natürlich ergibt die Hitze eines Bechers mit heißem Wasser noch keine echte, fühlbare Temperaturerhöhung des Raumes. Eine messbare aber schon. Wenn du dir nun vorstellst, dass sich nicht nur deiner, sondern viele Becher mit heißen Flüssigkeiten im Raum befinden, dann wird die Erwärmung schnell spürbar. Das Schöne ist: Es ist egal, ob die Becher mit Kaffee, Tee, Wasser oder Apfelwein gefüllt sind, die Hauptsache ist, sie enthalten die gleiche Form der Energie: Hitze.

Was ist deine Energie, was ist deine wirkliche, tiefe Absicht?

Mach dir das mal wieder bewusst. Ich erlebe, dass sich dieser eigene, ganz tiefe Kraftstrom im Laufe der Zeit verliert, gerade so, als würdest du dein Wasser zu Beginn deines Weges auf hundert Grad erhitzen, den nächsten Becher nur noch auf neunzig Grad und so weiter. Echten Erfolg bekommst du aber nur, wenn du auch nach dem hundertsten Misserfolg mit der gleichen Begeisterung an deine Aufgaben gehst wie ganz zu Beginn, vor dem ersten Scheitern.

Als sich all die Autoren des Schirner Verlages miteinander vernetzt hatten, entstand auf einmal ein Kraftstrom, der mich durch die nächsten Tage trug und mich heute noch begeistert. Einfach nur, weil sich jeder wieder seiner Absicht bewusst wurde und sie mit dem Kräften der andere bündelte!

Es ist ja nun wirklich keine gewagte oder originelle Analogie, mehrere Menschen, die für eine Sache einstehen, mit Lichtern zu vergleichen, die gemeinsam einen Raum erhellen. Aber leuchtet dein Licht noch so hell, wie es könnte oder hat sich Enttäuschung eingeschlichen? Hat sich Staub auf die Glühbirne gelegt, ist der Docht zu kurz geworden? Bist du müde geworden vom Greifen nach den Sternen? Brennst du wirklich noch für das, was du in die Welt bringen willst? Und zeigst du dieses Brennen auch durch deine Handlung, befruchtest du die Welt mit deinen Gaben?

Tu das bitte wieder.

Überprüfe, ob deine Absicht noch stimmig ist oder ob sie justiert werden darf. Und dann verbinde dich aktiv mit all denen, die die Welt auf die gleiche Weise wie du besser machen wollen, die Licht, Liebe, Mitgefühl und Frieden auf diesem Planeten leben wollen. Jede gebündelte Energie verteilt sich, das ist ein Gesetz, das Gesetz der Entropie.

So achte darauf, dass du nicht Angst oder Enttäuschung bündelst, sondern sie wieder sanft abgibst, bevor sie sich in dir aufstaut. Bitte sorge dafür, dass dein Licht wieder so hell brennt wie damals, als du dich auf den Weg gemacht hast. Es wird noch genauso dringend gebraucht wie damals und es darf auch dich noch genauso tief entflammen wie zu Beginn.

Ich will ganz ausdrücklich und ganz bewusst den Schirner Verlag stärken und mein Licht dort leuchten lassen. Warum? Weil sich in diesem Verlag so viele Menschen treffen, die die Welt besser machen, die helfen möchten – und zwar nur solche. Schirner hat eine eindeutige Absicht:

 

Menschen befähigen, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu leben und ihr Licht auf der Erde leuchten zu lassen.

 

Und so darf auch Schirner, der Verlag, in dem ich meine Bücher und CDs verlege und der mich immer und ständig unterstützt, selbst leuchten und strahlen. Ich werde ab sofort alles tun, was ich dazu beitragen kann.

 

November 2016

Eben gerade saß ich noch in meinem Schaukelstuhl. Ich nutze sehr gern die Stunde, in der noch alle schlafen, aber meine Katzen mich bereits zum Fütterdienst beordert haben, um zu lesen. Ich entspannte mich und bemerkte einmal mehr, wie sehr ich mich im Moment tatsächlich gestresst fühle, wirklich angespannt. Ich neige dann dazu, meinen Stress nach Außen zu projezieren und krittele an meinen Liebsten herum, innerlich und grolllend natürlich, eher passiv aggressiv als offen. Das tut mir nicht gut und ich krieg auch noch Schuldgefühle, was den Stress verstärkt. Blöd.  Wir sind im Jahr des Saturn und er fordert Tribut, ich komme einfach nicht dazu, mal loszulassen und mich auszuruhen. Ich schimpfe mit mir selbst, das ist Jammern auf hohem Niveau, denn was mich das ruft, sind großartige Projekte und genau das, was ich immer machen wollte. Ja, das stimmt. Aber mein Mann hat seit Monaten Schmerzen, meine Schwester ist depressiv, meine Katzen fordern mich gerade sehr und die Wäsche und die vielen Blätter draußen, die ich mal wegkehren sollte und – du kennst das.  Alles ist gut. Aber es ist irgendwie manchmal zu viel von allem Guten, denn auch das Gute will verwaltet werden. Ich frage mich also, hab ich mir zuviel aufgebürdet und worauf will ich verzichten? Auf die Katzen? Sicher nicht. Auf das Zusammenleben mit meinen Liebsten? Natürlich nicht. Ich schloss die Augen und bat meinen inneren Rat um Hilfe. Denn ich habe, das gebe ich ganz ehrlich zu, Angst, krank zu werden. Keine ernsthafte Angst, nicht diese Angst, die eine echte Warnung ist, sondern so eine diffuse Sorge. Ein Freund von mir ist an Krebs erkrankt und ein anderer ist vor zwei Jahren gestorben. Ich fragte also: „Beachte ich mich zuwenig, was muss ich loslassen oder auch, um es drastischer auszudrücken, was muss ich entsorgen?“ Die Antwort lautete: „Nichts. Es ist alles gut. Ab Dezember wird es weniger und du kannst dich entspannen und ausruhen, im Moment stellst du wichtige, wesentliche Weichen für dein weiteres Leben.“

Ich fragte in die Runde:  „Gibt es jemanden, der dagegen spricht, sollte ich noch was wissen?“ Am Rande meines inneren Blickfeldes drückte sich eine Gestalt herum, die ich nicht ganz ernst nahm. Wenn ich mal ganz krass urteilen sollte, dann würde ich sagen, das ist eine verzogene Göre, die sich nicht anstrengen will, eine Prinzessin, die sich nicht schmutzig machen möchte. Ich bat sie zu mir und fragte sie, was sie denn brauchte, was sie wolle.

„Ich will es leichter haben“, sagte sie und das kann ich gut verstehen. Was nun? Ich verssuchte, für sie eine Lösung zu finden, stellte ihr meine üblichen Fragen: Wo willst du hin, andere Dimension, Zaubergarten, heim ins Seelenreich, was brauchst du? Sie wollte bleiben, sagte sie, und auf einmal kam mir eine Idee, und deshalb schreibe ich um diese Zeit diesen Blog:

Ich brauche sie. Sie ist meine Verbündete. Ich sagte zu ihr: „Du bist von nun an meine Beauftragte in Sachen Leichtigkeit. Du erinnerst mich, auch wenn noch so viel zu tun ist, an Unbekümmertheit und an Spaß.“

Ich bin sehr ernsthaft, wenn es um die Erfüllung dessen geht, was mir am Herzen liegt, und ich lege lieber noch eine Schippe nach, bevor ich gefühlt zuwenig getan habe. Ich brauche eine Spaß-Beauftragte in mir.

„Weihnachtsmärkte“, sagte sie und sie begann zu strahlen, „sich mit Freunden treffen, ohne Probleme zu wälzen.“ Weil ich so leicht aufstellen kann, fällt es mir nicht schwer, auch beim Kaffeetrinken schnell eine Lösung für ein Thema herauszufinden, aber das ist dennoch Arbeit…  ich lasse mich auf das System des anderen ein und bin wieder nicht einfach und unbeschwert bei mir…  Sie kriegt die Weihnachtsmärkte und ich werde zuviel Glühwein trinken und dummes Zeug reden. Es wird ernsthaft Zeit, mal wieder dummes Zeug zu reden. Das soll keine therapeutische Abhandlung werden, sondern ein Blog, deshalb zieh dir bitte selbst heraus, was dir dienen könnten… sonst streng ich mich wieder an, hier aber will ich wirklich einfach nur diese Erfahrung teilen. Mir gehts gut, diese Verbündete gefällt mir und jetzt lese ich noch ein bisschen! Wir sehen uns im Dezember am Glühweinstand :-)

Liebe Weggefährten,

gerade eben las ich einen Artikel in „Brigitte Woman“, es ging um Freundlichkeit. Die Autorin sprach von Maximen, Handlungsgrundlagen, die nicht jedesmal hinterfragt werden, sondern einfach gelten. Die Maxime, die sie in diesem Artikel zur Diskussion stellt, heißt:

„Wenn du die Wahl hast, ob du recht behalten oder freundlich sein willst, dann wähle die Freundlichkeit.“

Puh!!

Ich bin ein Leistungskind, eine sehr typische 33/6 nach Dan Millman und ich definiere mich oftmals darüber, dass ich die Dinge weiß und unter Kontrolle habe. Das ist nicht freundlich, sondern anstrengend. Mein Vater ist ein sehr erfolgreicher Ingenieur und würde jederzeit das Recht haben wählen, denn um Freundlichkeit geht es nicht, sagt er, sondern darum, dass die Dinge funktionieren. Er hat mich gedrillt, das dient mir, aber es behindert mich auch. Get over it, sagt eine Stimme in mir und sie hat recht, aber der Weg vom Rechthaben und damit die Kontrolle zu behalten zu echter Freundlichkeit ist zumindest gefühlt ein weiter. Dabei dient unsere eigene Freundlichkeit uns selbst am meisten, denn es geht uns selbst einfach viel besser, wenn wir freundlich sind.

Und bestimmt hab ich noch ein paar andere Ausreden, warum pure Freundlichkeit irgendwie… hm… schwach?? wirken könnte. Die Autorin erklärt in ihrem Artikel auch, warum ich das so erlebe: ich wäre wütend, schreibt sie. Und sie hat vollkommen recht. Grund genug gäbe es. Wenn wir uns anschauen, was wir selbst mit der Welt machen, wie wir unser Leben gestalten, wie kompliziert, gewalttätig und unfreundlich wir sind, dann gibt es bei Gott genügend Anlass, wütend zu sein. Auch Marktwirtschaft erlebe ich als gewalttätig.

So, was jetzt? Es fällt mir schwer, freundlich zu sein statt recht zu haben, wirklich schwer. Ich muss einen großen inneren Schritt zurücktreten und dann wieder nach vorn, in eine neue Richtung. Ich bin natürlich liebevoll und mitfühlend und so weiter, klar. Ab und zu. Aber bin ich freundlich? Auch dann, wenn ich einkaufen gehe, Auto fahre? Stelle ich Freundlichkeit als ein wahrhaft großes Gut über das Rechthaben? Eher nicht. Im Gegenteil.

Diese Maxime meint nicht diesen süffisanten Ausspruch „Du hast recht und ich habe meine Ruhe“. Das ist ja noch selbstgerechter als sich die Mühe zu machen, den anderen zu überzeugen.

Echte Freundlichkeit meint, einem anderen Menschen einfach so, ohne Absicht und ohne etwas zurück haben zu wollen, einen Gefallen zu tun, ihm das Leben ein wenig zu erleichtern. Es hat nichts damit zu tun, dass wir wieder grollend, aber schweigend ins Opfer fallen und uns nicht wehren, wenn sich zum Beispiel einer vordrängelt. Echte Freundlichkeit zu praktizieren setzt voraus, dass du dich wehren kannst, denn sonst ist es tatsächlich Schwäche, Ohnmacht.

Praktizieren wir eine neue, uralte Tugend: Freundlichkeit statt Rechthaberei. Auch dieses unsägliche ständige Rechthaben in Bezug auf das, was wir beim anderen spüren, ist nicht sehr freundlich, oder?

Ich könnte einen langen Artikel darüber schreiben, warum wir recht haben wollen, warum wir ständig unsere eigene Leistungsfähigkeit herausstellen, warum wir glauben, uns andauernd selbst beweisen zu müssen. Es macht mir Angst, es zu unterlassen und mich nicht zu beweisen, meine Großartigkeit nicht zur Schau zu stellen. Den Konkurrenzkampf zu unterlassen. Mach ich aber nicht. Weil das alles nur Ausreden sind. Ich erlebe in den letzten Tagen eine so tiefe Sehnsucht danach, so zu leben, wie es gemeint war oder zumindest wie ich fühle, dass es gemeint sein könnte. Und das ist einfach: Freundlich. Mitfühlend. Unterstützend. Es gibt keinen einzigen Grund, warum wir uns gegenseitig ständig die Schau stehlen wollen, im Großen wie im Kleinen, keinen vernünftigen zumindest.

Und schon bin ich wieder dabei, etwas zu analysieren. Ich sag´s ja. Stopp. Schluss damit. Ich probiere es für heute mal mit absichtsloser Freundlichkeit statt mit scharfem Nachdenken.

Heißt Freundlichkeit, dass wir uns wieder vollquatschen lassen und uns zum Opfer machen? Natürlich nicht. Aber vielleicht sind wir unterdessen in der Lage, freundlich zu sein und dennoch bei uns zu bleiben, zu geben, aber eben nur das, was wir wirklich geben wollen. Wir müssen uns vielleicht nicht mehr so dramatisch abgrenzen, um nicht wieder ins Opfer zu geraten.

Und natürlich dürfen wir diese Freundlichkeit auch und besonders an dem Menschen praktizieren, der uns am nächsten steht, an uns selbst. Freundlich sein statt rechthaben: wie wäre es, wenn wir uns zunächst mal selbst auf diese Weise behandelten?

Ich könnte mal wieder einen Blog schreiben, dachte ich heute morgen und habe doch im Moment gerade überhaupt keine Zeit dazu. Und gerade deshalb mach ich es. Denn so geht es vielen von uns. Das Holzpferd, das uns vom chinesischen Horoskop aus gesehen dieses Jahr begleitet, galoppiert in Windeseile. Und Saturn, der Herrscher dieses Jahres nach unserem eigenen Tierkreiszeichen, fordert radikales Loslassen, Ausmisten und eine unbestechliche Klarheit. Dabei fällt vieles dem Schwert der Klarheit zum Opfer, über das wir in den vergangenen Jahren noch hinwegsehen konnten. „Ist das mein Ego?“ fragen wir uns, wenn wir uns abgrenzen, wenn wir spüren, nein, das ist einfach nicht mehr stimmig, es kostet zuviel emotionalen Aufwand, zuviel Geld, zuviel Zeit. Ich erlebe es nicht so. Es ist nicht mein Ego, das die Nase voll hat von Energiesaugern,  seien es Menschen oder Situationen. Ich habe es satt, Energie in Projekte zu stecken, die vor sich hin dümpeln oder immer wieder die gleichen Diskussionen und Gespräche zu führen. Ein guter Bekannter, beinah ein Freund, ist an Krebs erkrankt. Und wie immer lehrt uns der Tod das Leben. Alles, was zuviel Lebenskraft erfordert, was unsere Energie nicht nachhaltig und langfristig erhöht, sondern einfach nur Kraft kostet und nervt, fällt in diesem Jahr Saturn zum Opfer.

Und das ist gut so.

Denn Saturn ist auf unserer Seite. Er dient dem Leben. Er will, dass wir unsere Zeit in Freude, Schönheit und Harmonie verbringen und gestalten, so wie das Gott mit seiner Natur tut. Das Leben gestaltet sich selbst voller Harmonie und ist mit sich selbst im Gleichgewicht. Das dürfen wir lernen. Dazu gehört auch und gerade, alles, was das Gleichgewicht stört, nach sorgfältiger Innenschau auch im Außen zu ändern. Ich erlebe mich gerade sehr radikal und das heißt „an die Wurzel gehend“. Dazu gehört, dass ich eine Colontherapie begonnen habe und im wahrsten Sinne des Wortes die versteinerten uralten Gefühle aus mir herausspülen lasse. Ich spüre bei dieser Therapie ganz genau, wie ich festhalte, wie ich etwas nicht zeigen will, wie ich Sinnlosigkeit spüre und aufgebe, wenn mir etwas zu mühsam erscheint. Das ist altes Verhalten, alte Energie und nicht mehr stimmig, Wie sind dabei, alle alten Zöpfe abzuschneiden, damit Neues wachsen kann und das fühlt sich in manchen Bereichen sehr überraschend und überstürzt an. Doch Holzpferd und Saturn zusammen geben dir nicht nur dir Kraft, sondern auch die Schnelligkeit, die du brauchst, damit du ein für alle Mal radikal – noch mal: an der Wurzel! loslassen kannst.  Vertrau dem, was du spürst. Sei mutig. Geh neue Wege. Fällst du dem neuen Weg eines Anderen zum Opfer, dann erkenne: Es dient auch dir nicht mehr. Der andere war nur schneller.

Wir brauchen jetzt unsere Kräfte für das, was wir in den letzten Jahren gesät haben. Jetzt will es wachsen und gepflegt werden. Die Zeit des Hegens und Pflegens ist gekommen, für einige gar bereits die Zeit der Ernte. Du hast viele Jahre lang den inneren Boden vorbereitet, mühsam die Steine und Wurzeln ausgegraben. Du hast nach sorgfältiger Prüfung  entschieden, was du säen willst und du hast viel Arbeit in deinen inneren Garten investiert. Jetzt braucht er deine ganze Aufmerksamkeit, denn die Projekte werden deutlich sichtbar und verlangen Zeit, Energie und Hingabe. Es bleibt einfach kein Raum mehr für das, was nicht deiner Energie, deiner eigenen Schwingung und deinem inneren Auftrag entspricht.

So sei mutig.

Denn Selbstliebe erfordert in erster Linie Mut. Den Mut, zu sich selbst zu stehen. „Ich liebe mich selbst nicht genug, deshalb stehe ich nicht zu mir“ höre ich oft, doch in den meisten Fällen stimmt das nicht. „Ich habe nicht genug Mut, zu mir zu stehen und deshalb spüre ich meine Liebe zu mir nicht“ ist meistens deutlich passender.

Mut zu haben ist eine der wesentlichen Voraussetzungen, damit du dir deine Liebe zu dir selbst zeigen kannst. Das Holzpferd und Saturn geben dir diesen Mut.

Wie wichtig ist Marketing?

Im Moment werde ich von vielen Seiten auf mein „Marketing“ angesprochen und ich merke, ich gerate in Schwierigkeiten. Dem einen gefallen meine Buchcover nicht, der andere rät, ich solle knackigere Buchtitel finden. Bisschen mehr wie Robert Betz, aber doch irgendwie Susanne. Ein Dritter sagt mir, meine Webseite sollte irgendwie anders sein und überhaupt, wie positioniere ich mich denn nun am Markt? Wofür steht die Marke Susanne Hühn? Darunter sind äußerst kompetente Menschen, die mich mögen, ich weiß also, sie wollen für mich mein Bestes, meinen Erfolg und mein Glück. Woher kommt das? Nun. Ích habe entschieden, aus der Vermeidung herauszutreten, die ich noch immer unbewusst an den Tag legte und mich sichtbarer zu machen. Deshalb gehe ich davon aus, dass dieser Schritt nun ansteht. Aber was soll ich tun?  Für ne Menge Geld ein ganzes Marketingkonzept erstellen lassen? Und was bleibt dann von mir übrig? Bin ich dann noch ich? Kann ich dann weiterhin mal bunte Flatterröcke und mal ne Lederjacke anziehen und brauch ich eine wieder erkennbare ordentliche Frisur? Ich habe auch heute schon wieder erkennbare blonde lange Haare, aber ob man das eine Frisur nennen kann, sei dahin gestellt :-) Und ist das nicht gerade schon wieder unprofessionell, ich nehm mich selbst auf den Arm? Fragen über Fragen… Ich schreib euch das, weil ihr bestimmt mehr oder weniger vor der gleichen Frage steht.
Wir sind Lichtarbeiter.
Ich muss mich nicht vermarkten. Denn ich stehe für Liebe und für mehr Lebendigkeit auf diesem Planeten. Wenn ich dafür ein Marketingkonzept brauche, dann stimmt etwas ganz Grundlegendes nicht.
So die eine Seite in mir. Sie hat Recht.
Doch da gibt es natürlich auch die andere. Denn wenn ich etwas bewirken will, muss ich nun mal die herrschenden Gesetze berücksichtigen, sonst kann ich lange LuL rufen. Die Herausforderung ist also die: Wie bleibe ich mir treu, bleibe bei dem, was ich bin, zeige mich aber dennoch bereitwillig am Markt?
Und die Antwort ist ganz einfach
Wir sind im Jahr des Saturn. Es geht nun für uns alle darum, das, was für uns wesentlich ist, deutlicher zu machen, wie ein guter Bildhauer die letzten Feinheiten heraus arbeitet. So ist die Frage, wofür ich denn nun stehe, der Zeitqualität durchaus angemessen. Nicht, damit ich meine Bücher und Seminare besser verkaufe.
Sondern damit mein eigenes Bewusstsein dafür wächst und ich mich noch stärker auf meine eigenen Fähigkeiten – mein Alleinstellungsmerkmal – konzentrieren kann. Die Frage nach meiner Marktposition wandle ich um in die Frage: Worum geht es mir in der Tiefe, was ist es, das ich euch vermitteln will, wo ist mein Platz, den auch nur ich ausfüllen kann?
Es erfordert Mut und eine Portion Selbstwertgefühl, um das nach Außen zu geben. Denn es gibt immer noch einen, der das genauso gut kann, wenn nicht besser.
Und es erfordert, die Sorge, als überheblich, anmaßend oder wichtigtuerisch zu gelten, wenn schon nicht loszulassen, dann zumindest nicht zur Handlungsgrundlage zu erheben. So: wofür steht Susanne Hühn als Marke?

Ich stehe für das innere Kind. Ich stehe dafür, euch Werkzeuge zu geben, mit denen ihr in Selbstverantwortung soviel wie nur irgendwie möglich von eurer Liebe, eurer Schönheit, eurer Strahlkraft und eurer Wildheit in die Tat, in die Form bringen könnt. Mein wichtigstes Werkzeug ist die Arbeit mit dem inneren Kind und damit zeige ich mich von nun an noch ausdrücklicher. Das wird mir in den letzten Tagen immer klarer.
Und nur darum geht es. Wie und ob sich das in einem Schriftzug, einem Buchcover oder einer „Susanne Hühn Farbe“ äußert, werden wir sehen. Darum geht es nur ganz am Rande. Positioniere dich. Zeig dich mit dem, was dir heilig und wesentlich ist und geh dafür. Wofür brennst du? Das ist dein Alleinstellungsmerkmal und dein Marketingkonzept. Sei, wofür du stehst und zeig dich damit.

Ich hoffe, euch damit zu dienen. Von nun an werde ich ausdrücklicher auch als Lehrerin auftreten und euch zeigen, wie man mit dem inneren Kind in der Lichtarbeit und in der Psychotherapie arbeitet. Warum? Weil ich es kann.

Was kannst du besser als viele andere? Zeig dich damit. Trau dich, als arrogant und anmaßend zu gelten. Wenn schon. Wenn du etwas kannst, dann zeig dich damit und MACH ES.
Wir brauchen dich.

 Aufruf an die Lichtarbeiter…

heißt ein Buch von Rhea Powers, das ich in den Neuzigern sehr liebte.  Und weil es so ist, möchte ich einen neuen Aufruf starten. Gestern hatten wir ein kleines, feines Seminar zum Thema: „Warum ist die Lichtarbeit oft so zäh, fließt nicht so richtig, warum scheint es, als stießen viele von uns an eine Art gläserne Decke, warum stockt unser Erfolg, was immer Erfolg für dich bedeutet, im Moment zumindest gefühlt?“

Gibt es eine kollektive Energie, die es schwer macht, fragten wir, wieso kommen wir mit unserer so großartigen Botschaft nicht wirklich weiter, obwohl sie so echt und zutiefst voller Liebe ist? Wieso rennen uns die Leute nicht die Bude ein, obwohl wir, die Lichtarbeiter,  so wesentliche Dinge anbieten wie Liebe, Lebensglück und echte Erfüllung? Wieso wollen wir selbst mit dem Begriff „Lichtarbeit“ so gar nichts mehr zu tun haben? Die Ebenen sind vielschichtig, aber eines zeigte sich sehr deutlich und deshalb rufe ich euch auf.

Wir dürfen die Komfortzone mal wieder verlassen. Wir haben es uns bequem gemacht, wir haben sehr viel angeschaut, viel Therapie hinter uns, wir sind in einem erfüllten und guten inneren Zustand, zumindest die meiste Zeit. Wir sagen „Naja, das eine muss ich mir noch anschauen“, als wären wir danach endlich schmerzfrei. Nun, so läuft das nicht. Es wird Zeit, dass wir größer werden, ehrlicher, authentischer, deutlicher. Es gibt viele so genannte Lichtarbeiter, die Halbwahrheiten verbreiten und sich eher vom Ego leiten lassen als von der echten, verletzbaren und authentischen Aufrichtigkeit, um die es geht. Viele erheben sich selbst in den Kultstatus statt zu dienen. Wir Lichtarbeiter schauen hin und steigen aus, wollen mit der „Szene“ nicht mehr zu tun haben, statt aufzustehen und für das ein zu stehen, was uns heilig ist. Da tun wir nicht, denn wir wollen nicht werten, also ziehen wir uns zurück und machen eben „unser Ding“, ich auch. Ich ziehe mich raus aus der Szene, weil mir all der Egokult zuwider ist und dennoch lebe ich davon, euch meine Wahrheit anzubieten. In diesem Zwiespalt stecken viele von uns. Worum geht es wirklich, fragten wir und die Antwort war äußerst deutlich.

Zeigt euch. Zeigt euch noch deutlicher, überwindet die nächste Schicht der Angst, zeigt euch, obwohl andere neidisch werden könnten, obwohl ihr missverstanden werdet, obwohl es Häme gibt und Zynismus. Wir fliegen unter dem Radar all derer, die uns angreifen oder sind zumindest bestrebt, das zu tun. Aber die Zeit der Verbrennungen ist Gott sei Dank in diesem Land vorbei und du bist auch kein Kind mehr. Zeigt euch. Macht den nächsten Schritt, schaut noch tiefer auf euere Verletzungen, auf das, was euch bremst und hindert. Die Frage, die sich gestern stellte, war:

Gibt es eine kollektive Blockade, etwas, an dem man auf einer höheren Ebene arbeiten sollte? Die Antwort war überraschend: NEIN. Aber es gibt eine TIEFER liegende Blockade, die noch weiter in das Menschsein hineinführt.

Wir erheben uns nicht mehr in lichtvolle Ebenen, regeln dort ein paar Dinge und alles läuft. Im Gegenteil, WAHRE Lichtarbeit kümmert sich um das Menschsein, um dein eigenes. Geh noch tiefer. Trau dich, noch weiter zu gehen, die emotionale Komfortzone zu verlassen und dich noch inniger mit dir zu verbinden.

Ganz persönlich für mich bedeutet das: ich hatte immer Angst, jemand könnte mich beneiden, Neid verletzt mich. Ich fühle mich nicht gewürdigt, wenn ich beneidet werde, als wäre ich keinen langen Weg gegangen, so, als wäre mir alles in den Schoß gefallen. Nun, selbst wenn es so wäre.. na und? Ich entscheide hiermit, dass ich euch frei lasse, wie ihr mich wahrnehmt. Beneidet mich, findet mich blöd, überheblich oder sonst was. Ich lerne, damit zu leben und zeige mehr von mir. Der Aufruf an die Lichtarbeiter ist:

Zeig dich. Steh zu dem, was du liebst, was dir heilig, ist, was du verstanden hast. Die Menschen brauchen dich, Nicht die Engel, nicht die Erde.

DAS LEBEN aber will durch dich zum Ausdruck kommen und die Menschen brauchen dich ehrlich und authentisch, offen und klar. Sag, was du zu sagen hast, selbst wenn du damit aneckst. Ich will auch nicht anecken. Ich sag manchmal Dinge, die etwas rebellisch klingen, ich mein das auch so, aber das tu ich kontrolliert und ich wappne mich. Womit ich gar nicht umgehen kann, sind die negativen Reaktionen, die unvorhergesehen kommen. Nun. Wer kann das schon? Niemand, so what. Findet mich, wie ihr wollt, ich erlaube ab sofort ausdrücklich ungerechtfertigte Angriffe und Abwertung. Nicht, weil ich es anziehen will, sondern weil ich viel zu viel Energie damit verschwende, das zu VERMEIDEN. Hört auf, zu vermeiden und kommt ein Stück tiefer in eure Kraft. Die Leuchttürme müssen größer werden, in jeder Hinsicht. Und damit wir als Lichtarbeiter höher wachsen, heller strahlen können, brauchen wir ein tieferes Fundament. Und darum geht es. Das Fundament darf und soll noch tiefer werden, noch echter, noch klarer. Findet mich, wie ihr wollt, ich habe einen Auftrag und den erfülle ich – weil ich euch, aber vor allem das Leben so tief liebe, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann.

Kommt mit bitte. Wir sind hier, um das Menschsein zu durchleuchten und das tun wir, indem wir es fühlen, leben und uns damit zeigen, egal, was andre davon halten mögen.

Wir sind viele und von nun an verlasse ich die Gruppe der Lichtarbeiter nicht mehr, weil mir etwas nicht passt oder weil ich mich nicht zugehörig fühle. Sollen die gehen, die es nicht ernst meinen. Ich stehe hier.

Das Schicksal meistern

Es gibt einen Satz, den ich mehr und mehr hinterfrage: „Das soll nicht sein“, weil wir ihn inflationär benutzen. Es gibt Dinge, für die das zutrifft, ganz sicher. Loslassen, die Dinge also einer höheren Kraft überlassen, ist oft eine sehr gute Idee und verschafft uns tiefen Frieden.  Aber nicht immer. Denn manchmal ist der Satz: „Das soll nicht sein“ nichts als eine Ausrede und wir verstecken uns dahinter.  Ein ganz banales Beispiel: Du möchtest ein Seminar besuchen, fragst an, ob es noch freie Plätze gibt – das Seminar ist schon morgen, die Antwort steht also dringend aus. Der Seminarleiter antwortet nicht sofort – wie lange wartest du auf Antwort, bis du dir den Seminartag anderweitig verplanst?  Nun, die Frage ist ganz einfach zu beantworten: Je wichtiger dir das Seminar ist, umso länger. Je mehr Vertrauen du hast, umso länger. Je inniger du spürst, du willst teilnehmen, umso länger wartest du und ganz sicher verplanst du nicht den nächsten Tag, ohne eine Absage bekommen zu haben.  Wenn es dir wirklich wichtig ist.    

Nach einem halben Tag kommt die Antwort, ja, es ist gerade ein Platz frei geworden – doch du sagst mit den Worten „Es soll nicht sein, ich dachte nicht, dass du noch antwortest und bin schon anderweitig verabredet“ ab…  Alles schon passiert. Nun, der Platz ist eben gerade frei geworden, heute morgen noch hätte die Antwort „nein“ gelautet… Wie gut also, dass der Seminarleiter jetzt erst in seine mails schaut, oder? Du bist aber schon verplant und der freie Platz, der möglicherweise deiner ist, steht dir nicht mehr zur Verfügung. Das macht gar nichts.  Aber das hat nichts damit zu tun, ob etwas „sein soll“ oder nicht. Gib dich nicht so leicht zufrieden. Gott oder das Leben erwartet durchaus von dir, dass du alles in deiner Macht Stehende tust, um deine Ziele zu erreichen. Erst wenn du alles beigetragen hast, was dir möglich ist (und dazu gehören durchaus auch ein wenig Geduld und Vertrauen)  und die Dinge entwickeln sich dennoch anders, kannst du „Das soll wohl nicht sein“ annehmen. Warum ich das schreibe?

Weil wir oft zu schnell aufgeben, uns hinter dem Schicksal verstecken, statt ein letztes Mal aufzustehen und weiterzumachen. Ja, da ist die Sorge, zu scheitern. Zu Scheitern ist eine wesentliche Erfahrung in der Geschichte des Lebens. Aber nur wenn du dir erlaubst, zu scheitern, findest du die Kraft, das, was dir am Herzen liegt, durchzusetzen.  Mach es dir nicht zu leicht. Das Leben will gemeistert werden. Große Ziele verdienen ein wenig Mühe.  Das, was wirklich nicht sein soll, das schaffst du auch mit größter Anstrengung nicht. Aber nur weil etwas nicht auf der  Stelle und völlig mühelos funktioniert, ist es noch lange nicht vom Leben unerwünscht.  Uns durchzubeißen, uns ein wenig anzustrengen, um unsere Ziele zu erreichen,  ist durchaus möglich. Ich gehe soweit, zu sagen, es ist erwünscht, dass wir nicht alles sofort erreichen – denn nur, wenn du dich ein wenig bemühen musst, kannst du erkennen, wie wichtig dir dein Ziel tatsächlich ist. Wäre der Dame, die das Seminar angefragt hatte, auch nur ein wenig daran gelegen, teilzunehmen, dann hätte sie gewartet und sich den Tag freigehalten, denn auch Seminarleiter sind nicht immer online. Hoffentlich nicht. Gib nicht so schnell auf. Oder aber übernimm die Verantwortung dafür, dass dir eine Sache eben nicht wirklich wichtig ist, das macht ja nichts. Gib es aber zumindest vor dir selbst zu. Sonst schwächst du dich.

Denn wenn du dich so leicht von dem, was du willst, abbringen lässt, verpasst du eine echte Stärke: Beharrlichkeit. Das Leben selbst ist beharrlich, so leicht lässt es sich nicht beeindrucken von einem ominösen Schicksal, das etwas nicht will.

„Das soll nicht sein“ – ein schwerwiegender Satz.  Denn damit legst du die Verantwortung für dein Schicksal in die Hände eines Höheren Wesens. Da gehört sie auch hin, die Verantwortung. Aber dieses höhere Wesen hat ein Interesse daran, dass du alles in deiner Macht Stehende tust, um dein Leben selbst zu gestalten, denn genau dafür hat es dir deine Schöpferkraft gegeben. So schöpfe und wähle. Und lass erst dann los, wenn du spürst, du hast deinen Teil beigetragen – oder dein Ziel interessiert dich eben doch nicht.  

Ich schreibe diesen Blog, weil ich das so oft höre – nicht in Bezug auf Seminare, sondern in Bezug auf etwas, das euch sehr am Herzen liegt. Nehmt eure Träume ein bisschen  ernster. Gebt ein bisschen mehr dafür.  Leere auch die Vorratskammer, halte nichts zurück, wenn du etwas bewirken willst. Das Leben kommt ohne Vollkaskoversicherung daher. Und oft genug fragt es  zunächst, wie ernst du etwas meinst, bevor es dich unterstützt. Denn auch das Leben selbst verschwendet nicht gern seine Zeit.  

Friede eurem Weg und in Liebe, Susanne

 Die dunkle Seite der Weiblichkeit

Gerade komme ich von sehr erfüllenden und auch anstrengenden Tagen in Berlin und möchte etwas mit euch Frauen und Freundinnen teilen. Warum sind wir, obwohl wir großartige Arbeit machen, als Frauen immer noch nicht so sichtbar, wie es möglich wäre, fragten wir uns eines Abends am Esstisch. Nun kann ich diese weibliche Opferhaltung wirklich nicht mehr hören, bei der die Männer dafür verantwortlich gemacht werden, dass wir nicht sichtbar sind. Und so tat ich, was ich immer mache, wenn ich etwas verstehen will, ich stellte diese Frage auf. Plötzlich wurde es sehr kalt im Raum. Ich teile das jetzt mit euch, damit es sichtbar wird – es ist, was wir spüren, nimm es, wie es für dich passt. Wenn wir Frauen tatsächlich in unsere Würde und Kraft kommen wollen, dann müssen wir uns mit unserer weiblichen Verantwortung für das, was durch uns im dritten Reich geschah, auseinandersetzen. Und sicher noch einiges andere. Wir sind dabei, die Hexenverbrennungen aufzuarbeiten und uns in unserer spirituellen Strahlkraft neu auszurichten und zu zeigen.

Aber was ist mit dem Weiblichen als Täter? Was ist mit den Frauen, die in den KZs gearbeitet haben und durchaus nicht nur Opfer waren? Was ist mit den Frauen, die geradezu Kriegstreiberinnen waren, die genauso eiskalt und lustvoll getötet haben wie wir es den Männern oft vorwerfen? Die die Kriegsherren in sexueller Verzückung anbeteten und unterstützten? Wenn wir ernsthaft in unsere Kraft kommen wollen, dann kommen wir nicht an unseren Verantwortlichkeiten, ich nenn es sogar ganz bewusst an unserer Schuld, vorbei. Das Thema ist sehr krass und eisig, wir erleben uns lieber als Opfer, die in ihre Kraft kommen dürfen denn als Täterinnen, die die Verantwortung für ihren eigenen Machtmissbrauch tragen müssen. Aber vermeiden wir es nicht auch deshalb lieber, in unsere wahre Größe zu kommen, weil wir uns dann mit Täter-Schatten auseinander setzen müssen, die unserem Selbstbild so gar nicht entsprechen? So die Aufstellung.

Das Weibliche selbst ist niemals Täter. Wie auch das währe Männliche nicht. Es ist immer die Abwesenheit dieser natürlichen Kräfte, die uns zu Opfern und Tätern werden lassen. Und so dürfen wir, wenn wir wirklich Frau sein wollen, unsere Verantwortung und besonders unseren Schmerz darüber ganz ausdrücklich und bewusst anerkennen. Wir dürfen uns voller Mitgefühl mit den dunklen Seiten des Frauseins, mit dem Machtmissbrauch, befassen, damit auch dieser Teil unserer weiblichen Geschichte heilen darf. Damit wir unser Haupt heben und voller Anmut, Würde und Schönheit im Licht tanzen dürfen – nur das Bewusstsein für die Dunkelheit macht uns würdevoll und ganz. Alles andere ist meinem Gefühl nach Vermeidung der Schatten und das funktioniert auf der Erde nicht. Das muss es auch nicht, denn wir sind hier, um „vertikales Mitgefühl“ zu entwickeln – das Mitgefühl unserer eigenen Seele in Bezug auf unser Menschsein.

Ich verneige mich voller Mitgefühl vor den Frauen, dazu gehöre ich mit Sicherheit auch selbst in vergangenen Inkarnation, die sich so sehr von ihrer Herzenskraft abgetrennt haben, dass sie das Leben, statt es zu hüten, schändeten und missbrauchten. Ich verneige mich von den Täterinnen, die in Grausamkeit schwelgten und statt das Leben zu nähren für Vernichtung und Hass sorgten. Wir Frauen haben uns selbst zutiefst verletzt, als wir, statt zu nähren und Leben zu gebären, den grausamen und sinnlosen Tod brachten und unterstützen. In jeder Frau, der wir begegnen, sehen wir womöglich den ungeliebten Spiegel für unsere eigene Fähigkeit zur Grausamkeit. Vielleicht fällt es uns deshalb so schwer, uns gegenseitig wahrhaftig zu unterstützen statt immer noch in merkwürdiger Konkurrenz und in gegenseitigem Misstrauen zu agieren, trotz Netzwerke wie diesem. Wir wissen, wozu Frauen fähig sind, und je lieblicher sie lächeln, desto mehr misstrauen wir ihnen. Womöglich. Ich biete euch diese Sicht der Dinge an, sie kommt nicht mit Engelsflügeln daher. Aber gerade deshalb braucht sie dringend Erlösung. Wir sind Engel. Wir sind Hüterinnen des Lebens. Wir sind geboren aus dem Schoß der so unermesslich großzügigen und gütigen Mutter Erde. Und gerade weil wir das wissen, können wir es uns leisten, uns auch den wahrhaftig dunklen Seiten unserer Geschichte zu stellen.

Ich verneige mich vor der KZ-Aufseherin, die ihr Herz und ihren Schoßraum so gnadenlos verleugnete, die Tod brachte, statt das Leben zu hüten und deren Verletzung des Lebens bis in unser heutiges Frausein hineinstrahlt. Ich sehe deinen tiefen Schmerz und du hast mein volles Mitgefühl. Und vor all den anderen Frauen, die uns zeigten, wozu wir fähig sind. Wenn wir unser eigenes Täterdasein erlösen, dann wird die Kraft frei, mit der wir wahrhaftig erschaffen und schöpfen können, die Kraft, mit der wir das Leben auf dieser Erde endlich zur vollen Blüte bringen können. In Gesundheit, Schönheit und Mitgefühl.
Die Welt braucht uns.

Mein Versprechen an euch

Ich möchte euch etwas sagen und versprechen, das ist eine Liebeserklärung.

Immer wieder erlebe ich spirituelle Therapien, die in wenigen Sitzungen oder gar in Minuten alles erlösen sollen, das mag stimmen. Wenn es dir hilft, dann nutze sie unbedingt. Doch für alle diejenigen, die den langen Weg gehen : Wir sind für euch da. Wir begleiten euch, Mike und ich, wir gehen mit euch in jene Tiefen, die erlebt und durchwandert werden wollen und müssen, um Erlösung zu finden. Da gibt es keine Wertung, es gibt kurze Wege und lange, je nachdem, was deine Seele wählte und aus welchen Dimensionen deine Seele kommt, welche Absichten sie hat. Ich habe am freitag morgen eine Einhornmeditation gemacht, sie kam einfach so beim Aufwachen, wie das oft so ist und ich war traurig, weil ich in den letzten Jahren so wenige ganz hohe Energien fühle, das heißt, ich fühle sie schon, aber sie wirken nicht nach Außen durch mich. Ich fragte die Einhörner, warum sie denn nicht durch mich wirken wollen. Auf einmal stand eine ganze Heerschar von Einhörnern von mir und all ihre Hörner glühten und sendeten ihr Licht in meinen Körper.

„Zeig den Menschen, wie man fühlt“, sagten sie und ich fragte: „Was denn fühlt, euch, die Seelenebene, die Engel?“ Die Antwort war eindeutig: „Nein. Sich selbst.“
Und das ist mein Auftrag, das spüre ich immer und immer wieder. Ich bin hier, um euch sichere Räume zu schaffen, in denen das Fühlen eurer menschlichen Dimension möglich ist. Das ist die Arbeit mit dem inneren Kind, die Arbeit mit dem Frausein, dem Mannsein. Alles, was Mike und ich euch anbieten – es geht uns immer wieder darum, sich selbst als Mensch zu erleben und zu fühlen. Auch in den Romanen, die ich schreibe, geht es immer um das innere Erleben und das Fühlen dessen, was ist.
Ich würde gern manchmal auch die Engel- und EinhornEnergien bringen, Quantenheilung machen und all das. Es glitzert mehr. Aber ich habe einen anderen Weg. Ich verspreche euch und deshalb die Liebeserklärung, ich verspreche euch, ich bin da, wenn es um euer Menschsein geht. Der Weg des menschlichen Fühlens ist lang. Sonst ist es kein Fühlen. Es ist womöglich Heilung oder ein anderes Denken. Aber Fühlen braucht Raum und Zeit. Ich werde euch niemals Abkürzungen anbieten, für das Fühlen gibt es keine. Aber ich bin immer an eurer Seite, den ganzen Weg.
Mir ist gerade sehr danach, das zu schreiben.

Herbst 2017

Wie bestimmend das innere Kind in Bezug auf das ganze Leben sein kann und wie sehr es hilft, von seiner Existenz zu wissen, erlebe ich gerade wieder mal am eigenen Leib. Ich bin auf Mallorca: wunderschöner Strand, türkisblaues Meer, tolles Wetter, alles super. Letzte Woche habe ich ein sehr anstrengendes Seminar gegeben und mein inneres Kind hat sich gelangweilt, war oft im Zaubergarten, weil ich einfach keine Zeit hatte. Das wusste es auch und alles war gut, dafür haben wir ja diese Woche Urlaub.

Jetzt bin ich hier und bin seltsam unleidlich, irgendwie genervt, ich kann mich nicht spüren, mich nicht mit dem Meer verbinden, keine Kraft aus dem schöpfen, was gerade ist. Heute ist Vollmond. Heute Nacht wachte ich auf und der Mond stand hoch über dem Meer, spiegelte sich darin, schöner ging es kaum – und ich? Ich sah es, doch es hatte keine Bedeutung für mich, das musst du dir mal vorstellen. Der Vollmond war, was mich betrifft, einfach verschwendet. Ich konnte ihn nicht spüren und mich schon gar nicht inspirieren lassen. Also dachte ich nach und fragte mich, was denn mit mir los sein. Meer funktioniert bei mir üblicherweise immer. Waren mir hier zu viele Menschen? Schlummerte etwas in mir, das ich nicht erkennen konnte? War es, so verrückt diese Frage auch klingt, nicht die richtige Art von Meer, stimmte die Energie nicht?

Warum fragte ich mich überhaupt, was mit mir los war, warum konnte ich mich selbst nicht einfach in Ruhe lassen? Weil es wirklich sehr seltsam ist, wenn ich mich so gar nicht spüre. Ich war die letzten Tage traurig, abgetrennt, und das fühlte sich nicht einfach nur an wie der Nachklang einer anstrengenden Woche. Das innere Aufatmen, das ich am Meer normalerweise erlebe, blieb aus und das ist schon wirklich komisch.

 

Zum Glück habe ich eine wundervolle Freundin, die ich kontaktieren kann und die mich versteht. Ich rief sie an und fragte, ob sie spüre, dass in mir ein innerer Prozess in Gange sei oder ob ich einfach nur maximal undankbar und unzufrieden sei. Was ist nur mit mir los?

Sie sagte, und ich kann nicht sagen, wie unermesslich dankbar ich bin, sie sagte: „Schon wenn du redest, spüre ich dein inneres Kind. Da gibt es einen Teil in dir, der sehr früh sein Heim verloren hat, der aus seiner vertrauten Umgebung herausgerissen wurde. Und für diesen Anteil ist es eine Notwendigkeit, dass er zuhause ist und dort nicht wieder weggerissen wird. Es sagt: „Ich möchte einfach nur zuhause sein, in vertrauten Umfeld, ich möchte mit meinen Tieren in Kontakt sein, das gibt mir Stärke und Vertrauen, das ist es, was mich nährt. Ich will mit meiner Mami zuhause sein, im vertrauten Rahmen, in dem, was mir Spaß macht.“ Sie sagte, da will etwas in mir genährt werden, weil in meiner Kindheit etwas eben nicht genährt wurde, was jetzt ganz stark wieder zu mir zurückkehren will. Ich darf mir erlauben, mein Zuhause zu genießen, ja, ich muss das sogar, damit diese Wunde des Herausgerissenseins heilt.

Sie hat natürlich völlig recht. Meine Eltern haben sich getrennt, als ich fünf Jahre alt war und ich habe zwar lange und innig nach der Wunde geschaut, die durch den Verlust meiner Mutter entstand, aber nicht nach der, die durch das Verlassen meines Kinderzimmers, des Kindergartens, der vertrauten Umgebung, der großen Küche mit dem Gasherd, gerissen wurde.

Erholung ist für dieses innere Kind: Es darf zuhause bei Mami sein. Es geht dabei nicht um meine Mutter, sondern um die vertraute Umgebung und um meine Fürsorge für das Kind. Ich habe ganz tief verstanden, dass mein inneres Kind nicht nur Angst vor so vielen Menschen hat, sondern diese geborgene, vertraute Sicherheit des eigenen Hauses braucht. Es geht dabei nicht mal nur, wie ich es schon sehr gut kenne, um meine Tiere, sondern wirklich um das Haus. Das ist mir neu, aber es ergibt total Sinn.

Etwas hätte mich stutzig machen können: Als wir im Frühjahr entschieden, Anfang Herbst für ein paar Tage nach Mallorca zu fliegen, suchte ich auf der Stelle nach einer Möglichkeit, auf Mallorca zu reiten. Gerade so, als erschaffe ich mir ein Stück Heimat, wenn ich schon meine Tiere nicht mitnehmen kann.

 

Seit ich das weiß, und es hat mich wirklich sehr tief berührt, kann ich völlig anders mit der Situation umgehen. Als erstes habe ich die Situation in Ordnung gebracht. Ich sagte der kleinen Susie in mir: „Schätzchen, du kannst auf der Stelle wieder nach Hause.“ Ich stellte mir einen Lichttunnel vor, der direkt in mein Wohnzimmer hineinreicht, genau zu ihrer Lieblingsstelle, ein bisschen wie Rohrpost. Sie rutschte sofort durch diesen Tunnel und ist jetzt wieder daheim. Und seitdem kann ich, die erwachsene Frau, das Meer, die Farben, die Sonne ganz anders genießen. Auch mein Körper entspannt sich endlich, er weiß, dass zuhause der Herbst wartet und tankt die vermutlich letzten wirklich warmen Sonnenstrahlen dieses Jahres. Die Traurigkeit ist weg, das Abgeschnittensein. Ich spüre die Kleine sehr wohlig zuhause, und ich selbst genieße die Sonne und das Meer.

Kurz nach dem Telefonat war ich tauchen, darauf hatte ich vorher gar keine Lust, ich spürte ja sowieso keine Verbindung zu irgendetwas. Aber der Tauchgang war gebucht. Doch nun war auf einmal alles anders. Ich fuhr zu der Tauchschule und fragte meine Kleine, als ich im Wasser war, ob sie nicht doch Lust hätte, ein wenig mit mir Fische anzuschauen. Nee, sagte sie, sie wolle wirklich zuhause sein. Ich sagte laut: „Du darfst einfach im Wohnzimmer sitzen und spielen, du bist gut versorgt.“ Es klang ein wenig merkwürdig, doch ich musste laut mit ihr reden.

Ich kann genießen, was da ist und mein inneres Kind ist geborgen und genau da, wo sie sein will. Sie muss nicht ständig innerlich an mir zupfen und mir dieses seltsame, traurige, ungeborgene Gefühl vermitteln.

Darauf wäre ich ohne meine Freundin nicht gekommen. Weil ich niemals auf die Idee gekommen wäre, dass mein inneres Kind keine Lust hat, am Meer zu sein. Wirklich nicht.

Ich dachte, gerade das innere Kind hätte Lust auf den Sandstrand und der Rest von mir wäre irgendwie komisch drauf. Doch nein. Es ist die Kleine, die als Kind ständig irgendwo herausgerissen wurde, umziehen musste, die sich jetzt an dem Ort, an dem sie sich geborgen fühlt, verwurzeln will.

Ich kann gar nicht oft genug zuhause sein, damit mein inneres Kind genährt wird.

 

Wie habe ich das gemacht, mein inneres Kind heimgeschickt, es ist doch ein Teil von mir? Ja. Aber mein Haus auch. Ich bin wie du ein vielschichtiges Bewusstseinswesen und ich kann mich ausdehnen, an vielen Orten zugleich sein. Nicht körperlich, aber energetisch schon.

Ich erlebe es nicht nur wie eine Vorstellung, dass mein inneres Kind zuhause ist, während ich in Spanien am Strand sitze, sondern besonders in emotionaler Hinsicht ist es sehr deutlich spürbar. Wenn ich zu ihr hinspüre, dann sitzt sie sehr zufrieden an ihrem Lieblingsplatz und fühlt sich innerlich satt und wohlig. Und ich sitze hier und schreibe diese Zeilen, während ich das Meer rauschen höre.

Ich arbeite wirklich schon sehr lange mit dem inneren Kind und ich habe eine gute Beziehung zu der Kleinen in mir. Und dennoch, immer wieder schüttele ich den Kopf vor Erstaunen darüber, wie unterschiedlich die Bedürfnisse der verschiedenen Anteile in mir sind. Und wie sehr es mich beeinflusst, wenn sich besonders mein inneres Kind nicht wohlfühlt! Heute habe ich das mal wieder so deutlich gespürt wie selten. Zum Glück habe ich noch zwei Tage, die ich jetzt ohne mein inneres Kind hier genieße. Die Kleine kuschelt gerade mit den Katzen, sie kommt gut zurecht. Und in zwei Tagen bin ich selbst ja auch wieder zuhause…. Mal schauen, was sie dann will, die kleine Göre in mir. Vermutlich ans Meer und Burgen bauen, weil sie Kraft zuhause getankt hat…